nach oben
Eine Polizistin winkt einen Laster in die Grenzkontrollstelle. Balk
Eine Polizistin winkt einen Laster in die Grenzkontrollstelle. Balk
18.09.2015

Grenzkontrollen verteuern Transporte - Spedition aus der Region stark betroffen

Durch den Flüchtlingsstrom gibt es auf einmal wieder Grenzkontrollen mitten in Europa. Das trifft auch die Logistikbranche. Schon warnen die Spediteure: Die Kosten wird am Ende auch der Verbraucher zahlen. Die Fahrer stünden an den Grenzübergängen stundenlang im Stau oder müssten Umwege fahren, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), Karlheinz Schmidt.

Wo bisher ein Lastwagen ausgereicht habe, brauche man deshalb bald eineinhalb oder zwei. „Sollte das andauern, wird das letztendlich auf die Beförderungspreise und damit auch die Verbraucher durchschlagen“, prognostizierte Schmidt.

Auch bei der Spedition Benzinger mit Sitz in Tiefenbronn und Friolzheim schlagen die neuen Kontrollen zu Buche. „Wir sind jeden Tag mit acht bis zehn Lkw in Österreich. Das betrifft uns ganz gewaltig“, sagt Geschäftsführer Rolf Benzinger. Noch hofft der Spediteur darauf, dass der Zustand bald vorübergeht. Höhere Preise seien auch gar nicht leicht durchzusetzen, denn mit vielen Kunden werden Jahresvereinbarungen getroffen.

Anders als der BGL geht der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) nicht davon aus, dass die Kosten kurzfristig an die Kunden weitergereicht werden. Längere Staus seien auch sonst nicht unüblich, und die Spediteure seien darin geübt, solche Verzögerungen zumindest bis zu einem gewissen Grad zu kompensieren. Nur wenn die Kontrollen über Wochen anhielten, werde man Gespräche mit der Kundschaft suchen.