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Diskutiert heute im EMMA in Pforzheim: Theresia Bauer. Foto: Weissbrod
Diskutiert heute im EMMA in Pforzheim: Theresia Bauer. Foto: Weissbrod
29.11.2017

„Gründen als Teil des Studiums“ - PZ-Interview mit Wissenschaftsministerin Theresia Bauer über ein Start-Up-Projekt an der Hochschule Pforzheim

Mit der Landesinitiative „Gründungskultur in Studium und Lehre“ soll unternehmerisches Denken in elf Projekten gefördert werden, eines davon an der Hochschule Pforzheim. Landes-Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Bündnis 90/Die Grünen) wird heute ab 19 Uhr bei der Veranstaltung „Start Up Stories“ mit Gründern und Projektbetreuern im Kreativzentrum EMMA Pforzheim, Emma-Jaeger-Straße 20, über die Rolle von Hochschulen und Wissenschaft reden. Nach der Diskussion ist ab 20 Uhr im Alfons-Kern-Turm (Theaterstraße 21,) eine Ausstellung und Imbiss geplant. Zum Thema informierte die Ministerin im Interview.

PZ: Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte, zahlen gute Gehälter und versprechen angenehmes Arbeiten ohne Unternehmerrisiko. Warum also sollte sich ein junger Mensch in die Selbstständigkeit wagen?

Theresia Bauer: Das stimmt, gute Nachwuchsleute bekommen häufig schon aus dem Studium heraus hoch attraktive Angebote. Der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg ist derzeit so entspannt, dass man nicht „aus Not“ in die Gründung getrieben wird. Umso schöner: Hier gründen diejenigen, die von ihrer Idee so überzeugt sind, dass sie ihr auch trotz verlockenden Jobangeboten treu bleiben. Und da setzen wir an: Diese Gründungsmentalität wollen wir früh – schon im Studium – als attraktive Perspektive aufzeigen. Es geht darum, das Gründen zu einer realistischen Option für Studierende zu machen. Eine eigene Firma ermöglicht ein hohes Maß an Eigenständigkeit. Gleichzeitig kann man mit einem Start-up in kurzer Zeit wertvolle Erfahrungen in verschiedenen Bereichen sammeln. Ein Start-up ist also eine großartige Chance sich auszuprobieren.

Wie steht es um den Gründergeist an den Hochschulen?

Ich spüre, dass das Thema an unseren Hochschulen wichtiger wird. Ich unterstütze dies nach Kräften. Wir haben beispielsweise das Förderprogramm „Gründungskultur in Studium und Lehre“ aufgelegt. 90 Prozent unserer Hochschulen haben sich mit spannenden Anträgen beworben. Elf Projekte an 16 Hochschulen haben wir ausgewählt und fördern sie mit acht Millionen Euro: Gründen soll von Anfang an Teil des Studiums sein.

Das Wissenschaftsministerium unterstützt das Gründerwerk an der Hochschule Pforzheim mit einem Förderbeitrag von 600 000 Euro. Was gab den Ausschlag für den Förderzuschlag?

Das Projekt „HELIX – Das interdisziplinäre Lernkonzept zur Gründerkultur“ an der Hochschule Pforzheim hat überzeugt, weil es die Gründerpersönlichkeit in den Mittelpunkt stellt. Es geht also darum, frühzeitig Persönlichkeiten zu finden und zu fördern, die eigene Projekte umsetzen möchten. An der Hochschule Pforzheim haben junge Menschen, die sich überlegen, sich selbstständig zu machen, die Gelegenheit mit innovativen Geschäfts- und Produktideen zu experimentieren. Hier wird Zukunft und die eigene Gründerpersönlichkeit erprobt, um den notwendigen Mentalitätswandel zu erreichen.