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Grünes Leib- und Magenthema: Minister Franz Untersteller (links) an der Pforzheimer Hochschule. Foto: Frommer
Grünes Leib- und Magenthema: Minister Franz Untersteller (links) an der Pforzheimer Hochschule. Foto: Frommer
19.05.2017

Gut besuchte Veranstaltung zum Thema „Nachhaltigkeit“ mit Franz Untersteller

Pforzheim. In der Werbung wird der Begriff „Nachhaltigkeit“ inflationär eingesetzt. Zum Auftakt der baden-württembergischen Nachhaltigkeitstage – vom 18. bis zum 21. Mai – fand an der Hochschule Pforzheim eine gut besuchte Veranstaltung zum Thema „Nachhaltigkeit – Worthülse oder Mehrwert für Unternehmen?“ statt. Hauptsprecher war Franz Untersteller (Grüne), Landesminister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. „Nachhaltigkeit erfordert jetzt Entscheidungen für später“, machte er deutlich.

Und: „Ressourcen effizienter und schonender einzusetzen macht uns unabhängig von den Krisen in der Welt“.

Baden-Württemberg, so der Minister weiter, sei ein rohstoffarmes Land, dessen familien- oder inhabergeführte Unternehmen sich schon immer der Nachhaltigkeit verpflichtet fühlten. Der Kunde wolle heute nicht nur wissen, was ein Unternehmen produziere, sondern auch wie – und wie das Produkt zukünftig noch nachhaltiger produziert werden könne. Er bewertete die Fortschritte eines Unternehmens oder einer Organisation in Bezug auf Nachhaltigkeit als einen „permanenten Prozess, um den man sich kümmern muss“

Einen Überblick zu den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) lieferte Marcel Engel, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Global Compact Netzwerks (DGCN), in seinem sich unmittelbar anschließenden Vortrag. Diese Zielsetzungen sollen essenzielle Bereiche wie Menschenrechte, Umwelt und Klima, Arbeitsnormen, den Zugang zu Wasser und Energie und beispielsweise Geschlechtergerechtigkeit abdecken.

An der abschließenden Podiumsdiskussion nahmen neben Untersteller auch drei Repräsentanten aus Unternehmen teil: Melanie Kubin-Hardewig (Deutsche Telekom), Wolfram Heger (Daimler) und Wolfgang Schmalz (J.Schmalz GmbH Vakuumtechnologie). Während die Referenten der börsennotierten Unternehmen in ihren Aussagen eher allgemein blieben, erntete Wolfgang Schmalz bei seiner Schilderung der energieeffizienten Anreise mit dem eigenen Tesla und der erfolgten Marktanpassung des 1100 Mitarbeiter zählenden Schwarzwälder Unternehmens kräftigen Applaus aus dem Publikum. In dritter Generation familiengeführt, hat die J. Schmalz GmbH zwei große Strukturwandel erfolgreich gemeistert – und sich vom 1910 gegründeten Rasierklingenhersteller zum weltweit aktiven Anbieter für Vakuum-Technologie weiterentwickelt. Schmalz beschrieb ein vorrangiges Ziel der Nachhaltigkeit mit den Worten, es gelte, „zukünftigen Generationen gleiche Chancen zu geben“. Außerdem gestand er ein: „Windkraftanlagen zählen zu meinen Hobbies“. Und mit Blick auf die sie begleitenden Widerstände“ „Dieses macht aber im Schwarzwald keinen Spaß“.