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01.04.2008

Gute Aussichten für die Region

PFORZHEIM. Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich sowohl in der Goldstadt wie auch im Enzkreis entspannt. Dies meldete gestern die Arbeitsagentur Pforzheim bei der Vorstellung der jüngsten Arbeitslosenzahlen.

Die traditionelle Regel wurde auch in diesem Jahr wieder eingehalten. Sie lautet: Die Arbeitslosigkeit ist im Frühjahr saisonal bedingt rückläufig. Allerdings, bemerkte gestern der neue Arbeitsamtschef Walter Reiber bei der Vorlage der März-Zahlen: das Tempo hat sich verlangsamt. Dennoch waren gegenüber dem Vorjahr rund 25 Prozent weniger Menschen arbeitslos. Von Februar auf März fiel die Quote um 0,1 auf 4,5 Prozent ab (Vorjahr: 6,1). Während die Arbeitslosenquote in der Stadt Pforzheim um 0,1 Punkte auf 7,1 Prozent gestiegen ist, hat der Enzkreis seine ohnehin schon gute Quote um 0,1 auf 3,0 Prozent verbessert. Der gesondert aufgeführte Geschäftsstellenbezirk Mühlacker (östlicher Enzkreis) verbesserte sich um 0,2 Punkte auf eine Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent.
Aufschwung setzt sich fort
Damit sieht der Arbeitsamtschef zuversichtlich in die Zukunft: „Die seit Monaten anhaltende Verbesserung des Arbeitsmarktes wird sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen.“ Bei den ausländischen Arbeitslosen im Geschäftsgebiet der Agentur fiel die Quote auf 11,0 (Vorjahr: 14,5) Prozent. Hingegen stieg der Anteil der jugendlichen Arbeitslosen (unter 25 Jahre) an der Gesamtarbeitslosigkeit. 897 Betroffene entsprechen 12,1 Prozent. Dies sei indessen „eine für die Jahreszeit durchaus übliche Erscheinung – als Folge auslaufender Ausbildungsverträge“, sagte Reiber.
Zwar sei der Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen im Vorjahresvergleich der Stärkste gewesen. Allerdings liege ihr Anteil an allen Arbeitslosen mit 28,5 Prozent immer noch an der oberen Skala. Auch die Gruppe der über 50-Jährigen fiel im Vorjahresvergleich mit 25,6 Prozent stark zurück. Und bleibt auch hier das hohe Niveau der Beschäftigungslosigkeit erhalten: Jeder vierte Arbeitslose ist ein älterer Arbeitnehmer, weist die Agentur-Statistik aus.
Zuschüsse für Arbeitgeber
Auf der anderen Seite stieg die Zahl der freien Stellen auf 1682, also 15,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Walter Reiber dazu: „Vor allem der steigenden Nachfrage nach qualifiziertem Personal gerecht zu werden ist schwieriger denn je. Wir sind bestrebt, mit geeigneten Schulungen die Bedürfnisse der Arbeitgeber zu erfüllen. Dies benötigt allerdings etwas Zeit.“ Gesucht werden nach Angaben der Agentur vor allem Fachkräfte in Fertigungs- und Verkehrsberufen. Im Gesundheitsbereich habe sich die Nachfrage gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Der Agenturchef machte deutlich, dass derzeit knapp über 550 Personen in beruflichen Bildungsmaßnahmen eingebunden sind, um entsprechende Qualifizierungen zu erlangen. Im Übrigen würden Unternehmen Zuschüsse während der Einarbeitungszeiten von Beschäftigten bekommen. „Arbeitgeber sollten sich in Anbetracht einer solchen Förderung verstärkt über die Einstellung von Personen Gedanken machen, deren Qualifikation auf diese Weise angehoben werden kann“, sagte Reiber.