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Taschenuhren sind die Spezialität der Pforzheimer Firma Habmann. Ketterl
Taschenuhren sind die Spezialität der Pforzheimer Firma Habmann. Ketterl
Acht Firmen stellen noch bis Donnerstag am Pforzheimer Gemeinschaftsstand auf der Baselworld aus. Viel Lob gab es für die gute Organisation durch Heike Ahrens und Selina Setari von der WSP. Ketterl
Acht Firmen stellen noch bis Donnerstag am Pforzheimer Gemeinschaftsstand auf der Baselworld aus. Viel Lob gab es für die gute Organisation durch Heike Ahrens und Selina Setari von der WSP. Ketterl
Hochbetrieb am Stand von Gellner (Wiernsheim). Ketterl
Hochbetrieb am Stand von Gellner (Wiernsheim). Ketterl
22.03.2016

Gute Geschäfte auf der Baselworld

Bei der Premiere vor drei Jahren machten die asiatischen Veranstalter keinen Hehl daraus, dass die Freiburger Schmuckmesse (Jewellery & Gem Fair Europe) nicht zufällig in Freiburg angesetzt wurde. Man wollte bewusst die Nähe zur Baselworld nutzen, um Vertreter der internationalen Schmuckbranche über die Schweizer Grenze zu locken.

Nicht nur die Zahl der Aussteller ist gegenüber dem Jahr 2015 um ein Drittel auf rund 300 zurückgegangen. Auch die Besucherfrequenz fällt geringer aus. „Die Stimmung in der Branche ist allgemein zurückhaltend“, erklärte Pressesprecherin Kerstin Vorwalter im Vorfeld der viertägigen Freiburger Messe, die am Dienstag zu Ende geht. Das merken wohl auch die erfolgverwöhnten Schweizer Uhrenmarken, die noch bis Donnerstag auf der Baselworld um die Wette strahlen. Deren Exporte sind nämlich seit Monaten rückläufig, was vorwiegend am chinesischen Markt liegen dürfte. Bei den kaufkräftigen Kunden aus dem Reich der Mitte sitzt der Geldbeutel längst nicht mehr so locker. Über die Gründe wird spekuliert: Zunächst dürfte die chinesische Antikorruptionskampagne greifen, die wertvolle Bestechungsgeschenke in Form von Schweizer Nobeluhren einen Riegel vorschieben sollte, heißt es. Zudem sei die Zahl der Europa-Touristen aus China durch die Terroranschläge in Paris gesunken, die zudem einen biometrischen Reisepass beantragen und bei der Einreise vorlegen müssten.

Gleichzeitig meldet die deutsche Schmuck- und Uhrenindustrie steigende Umsätze im Export, was Ina Zeiher-Zimmermann, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands (BV) Schmuck+Uhren mit Sitz in Pforzheim bestätigt. Im Export stiegen die Umsätze 2015 mit Schmuckwaren um mehr als 18 Prozent auf 2,36 Milliarden Euro. Ebenso verdeutlicht die Entwicklung des Außenhandels, wie gefragt deutsche Uhren inzwischen wieder im Ausland sind. Gegenüber 2014 erhöhte sich der Umsatz um 12,6 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro. Das komme einer Verdoppelung in fünf Jahren gleich. Zu drei Viertel gingen die deutschen Zeitmesser an europäische Kunden, zu 20 Prozent nach Asien und lediglich fünf Prozent an Kunden im Rest der Welt.

Laut Verband ist die Stimmung in der Branche gut. Zuletzt meldete die Hälfte der befragten Unternehmen für 2015 höhere Umsätze. Die gleiche Umfrage ergab, dass die Baselworld der wichtigste Branchentreff bleibt, gefolgt von der Inhorgenta, der Vicenza Oro in Hongkong und der Schmuckmesse in Freiburg. 2015 hatte die Freiburger Schau rund 6500 Besucher verzeichnet. Zum Vergleich: Auf der Baselworld werden 150.000 erwartet.

Pforzheimer zufrieden

Zeiher-Zimmermann sprach im Gespräch mit der PZ von einer durchwachsenen Zwischenbilanz der ausstellenden Firmen. Die Bewertung reiche von „sehr zufrieden“ bis „unbefriedigend“, wobei die Besucherfrequenz in der Schmuckhalle etwas schwächer sei als im Vorjahr. Bei den Nobeluhren in Halle 1 war dagegen auch am Montag viel los. Am Pforzheimer Gemeinschaftsstand in Halle 2 sprachen die Aussteller Aristo Vollmer (Uhren), Buelling (Schmuck), Erwin Ziegler Uhrenfabrik, Eugen Rühle (Schmuck), Mitschele Watch Factory, Ralf Mezger (Schmuck), Staib Uhrarmbänder und Starck Schmuck von einem positiven Messeverlauf.