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Gwinner zieht auf Wilferdinger Höhe.
Gwinner zieht auf Wilferdinger Höhe © Ketterl
27.01.2012

Gwinner zieht auf Wilferdinger Höhe

Es gibt sie noch – Unternehmer, die zu mutigem unternehmerischem Handeln bereit sind. Zu ihnen gehören Joachim und Elke Gwinner. Seit 27 Jahren ist das Pforzheimer Ehepaar in Sachen Raumausstattung unterwegs, zunächst mit Werkstatt und Verkaufsräumen in Bauschlott. Im Jahr 2000 folgte dann der Sprung nach Pforzheim.

Seitdem sind sie mit ihrem „Gwinners Wohnatelier“ am Schlossberg 15–17 eine markante Adresse in Sachen individueller Einrichtung. Noch bevor der Trend richtig ins Laufen kam, präsentierten sie eine neue, etwas andere Einrichtungswelt, die derzeit unter dem Namen „Landhausstil“ Furore macht.

Nun will das Familienunternehmen – Sohn Norman, 26, komplettiert nebst acht Mitarbeitern das Team – in eine neue Größenordnung hineinwachsen: Ab Juni übernehmen die Gwinners das auf der Wilferdinger Höhe ansässige Einrichtungshaus „SM Skandinavische Massivholzmöbel“. Das sich im Besitz der Unternehmerfamilie Lupus befindliche Haus wurde im Januar 1997 eröffnet. Damals wurde der 1981 gegründete und dann von Bärbel Lupus geführte Möbelhandel von Birkenfeld nach Pforzheim verlegt.

Nachdem sich die Familie vor zwei Jahren von ihrem benachbarten „famila-Einkaufszentrum“ trennte, will die Seniorin sich nun mit 74 Jahren auch von ihrem Möbelhaus trennen und in den Ruhestand gehen. Damit wird das in exponierter Lage an der Karlsruher Straße befindliche Haus eine weitgehende Neugestaltung erfahren. Für die Gwinners eine Herausforderung: Die Verkaufsfläche wächst von derzeit 800 auf 2000 Quadratmeter. Welche Konzeption das neue Gwinner-Haus dann haben soll – darüber denkt der Familienrat derzeit noch heftig nach. An einem aber lässt Joachim Gwinner – Obermeister der Raumausstatter-Innung – keinen Zweifel: „Wir werden verstärkt Komplett-Lösungen anbieten, denn mit unserem Atelier sind wir sehr leistungsfähig.“ Gwinner-Kunden sollen in den lichtdurchfluteten Räumen die Wohnwelt der Zukunft erahnen dürfen. Dazu gehört auch die Möglichkeit, in einem speziellen Ambiente den „gehobenen“ Matratzen-Test vor Ort zu erfahren – in einem eigens eingerichteten Schlafzimmer, separater Eingang und Frühstück inklusive.

Grundsätzlich aber soll die bestens etablierte skandinavische Wohnkultur weiterhin ihren Platz im Haus finden, ergänzt durch die von Elke und Joachim Gwinner bereits am Schlossberg mit Erfolg präsentierten Möbel im Landhaus- und Kolonial-Stil.

Nun wird es darum gehen, die beiden Wohnlandschaften in bestmöglicher Weise zusammenzuführen. Auf jeden Fall werden Gwinner-Kunden am neuen Standort „ebenso günstige wie anspruchsvolle“ Angebote finden. Noch ist man bei Gwinner in der „Findungsphase“, aber jetzt schon wird deutlich – an Ideen fehlt es dem Familienrat nicht. Joachim Gwinner ist überzeugt: „Am neuen Standort wird unsere Wahrnehmung größer.“ Zum neuen Komfort tragen auch großzügig dimensionierte Werkstätten und 60 Kundenparkplätze bei.

Stadt legte sich quer

Den Wettbewerb fürchten die Gwinners nicht. Sie sehen eher die Chance, dass sich die Wilferdinger Höhe mit ihrem guten Branchenmix auch in Sachen Wohnkultur zu einem wahren Kompetenzzentrum entwickelt und mehr Kaufkraft nach Pforzheim bringt. Sechs Mitarbeiter von „Skandinavisches Wohnen“ werden übernommen.

Eigentlich wollten Elke und Joachim Gwinner ein neues Möbelhaus am nördlichen Einfallstor der Stadt errichten – an der Bauschlotter Straße gegenüber von McDonald. Aber die Stadt hat sich quergelegt, wollte nur 200 Quadratmeter Handelsfläche zubilligen und hat den Innungsobermeister damit „vehement verärgert“. Nun aber wächst bei den Gwinners die Erkenntnis, dass der neue Standort vermutlich der bessere ist.