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Staatssekretär Peter Hofelich (im Vordergrund) und Katja Mast im Gespräch mit den Handwerksvertretern Rolf Nagel, Mathias Morlock, Joachim Butz und Gunther Reinhardt (hinten von links).
Staatssekretär Peter Hofelich (im Vordergrund) und Katja Mast im Gespräch mit den Handwerksvertretern Rolf Nagel, Mathias Morlock, Joachim Butz und Gunther Reinhardt (hinten von links).
27.10.2015

Handwerk fordert Bürokratieabbau

Eigentlich können die Handwerker nicht klagen. Ihre Auftragsbücher sind voll und die Konjunkturaussichten glänzend. Dennoch nutzten die Vertreter der regionalen Unternehmen gestern gerne die Gelegenheit zum Meinungsaustausch mit Staatsekretär Peter Hofelich (SPD) – seines Zeichens Mittelstandsbeauftragter der baden-württembergischen Landesregierung.

„Wir kümmern uns“, versprach Hofelich, dessen Eltern einen kleinen Handwerksbetrieb hatten. Initiiert hatte den runden Tisch im Haus des Handwerks die Pforzheimer SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast. Und so entwickelte sich ein munterer Dialog über Bürokratieabbau, Mehrwertsteuerbefreiung und Mindestlohn. Das Verbraucherschutzgesetz ist vielen Betrieben ein Dorn im Auge, wie Kreishandwerksmeister Rolf Nagel anmerkte. Denn eigentlich müssten geplante Handwerkerleistungen mit einer Widerrufsfrist von 14 Tagen schriftlich vereinbart werden. „Bei einer verstopften Toilette ist das schwierig“, ergänzte Joachim Butz, Chef der Sanitär-Heizung-Klima-Innung. „Viele dieser Regelungen sind für Konzerne gedacht und werden dann einfach heruntergebrochen“, erläuterte Mathias Morlock, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Pforzheim/Enzkreis. Für kleine Unternehmen sei dies mit einem hohem Verwaltungsaufwand verbunden. Dies gelte auch für die Dokumenta-tionspflicht beim Mindestlohn, wenn es um Pausen- und Überstunden-Regelungen gehe. Hier wusste die SPD-Generalsekretärin Katja Mast pragmatischen Rat.

Joachim Butz brach eine Lanze für die duale Berufsausbildung und beklagte zugleich, dass im Sanitär- und Heizungsbau landesweit 2200 Lehrstellen unbesetzt seien. „Viele Flüchtlinge sind ehrgeizig und lernwillig“, betonte Hofelich und versprach Sprachkurse. „Einige gut qualifizierte Syrer haben schon eine Ausbildungsstelle gefunden“, ergänzte Morlock.