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Viel handwerkliche Kompetenz war versammelt, als sich Pforzheimer Unternehmer den konkret-visionären Herausforderungen der Zukunft stellten. Seibel
Viel handwerkliche Kompetenz war versammelt, als sich Pforzheimer Unternehmer den konkret-visionären Herausforderungen der Zukunft stellten. Seibel
01.02.2019

Handwerk registriert neue Impulse in der Region

Pforzheim. Auf Zukunft getaktet: Mit der neuen Veranstaltungsreihe „Visionen im Lot“ haben Architekt Peter W. Schmidt und Katja Loewer eine Kompetenz-Plattform für Planer und Macher der Baubranche – für Architekten, Ingenieure und Handwerker der Region Nordschwarzwald – eindrucksvoll vorgestellt.

In den Räumlichkeiten des Walzenherstellers Hähl trafen sich über 100 Gäste zur ersten Veranstaltung mit Professor Wolfgang Henseler, einem Visionär, Impuls- und Orientierungsgeber für neues Denken im Zeitalter der Digitalisierung. Doch bevor Henseler seine Visionen vortragen konnte, führte eine einleitende Podiumsdiskussion ins Thema ein. Moderator Robin Schuster (Radio Neue Welle) befragte Matthias Zeh (IB Company), Architekt Peter W. Schmidt, Ulli Wetzel (Mössinger Stahl- und Metallbau) und Bernd Hoheisen (Hoheisen Fenstertechnik). Die Runde erarbeitete die Schnittmenge heraus zwischen dem zumindest in manchen Bereichen visionären, aber zunehmend konkreten Smart-Home-Gedanken und soliden Gebäuden, die traditionell mehreren Generationen dienen sollen.

„Understanding 4.0 – Die Prinzipien der digitalen Transformation“, so lautete der Impulsvortrag des Pforzheimer Hochschulprofessors. Er erschloss allen Gästen – eindrucksvoll untermauert durch eine optische Präsentation – neue und weiterführende Einblicke in den komplexen Wandel unseres wirtschaftlichen Umfelds. Was ist notwendig, um vorhandene Mitarbeiter mitzunehmen in eine Welt, die sich exponentiell entwickelt? Was muss gesteuert werden, damit diese „mentale Transformation“ nicht wirtschaftlich schwierig wird? Es waren Fragen dieser Art, mit denen Henseler es verstand, mit spezifischen Beispielen und klarer Sprache, Trends und ihre Auswirkungen nachvollziehbar und einleuchtend darzulegen.

So wies er mit großem Spaßfaktor beispielsweise auf seine dezentral, am 3D-Drucker produzierten Laufschuhe hin, die auch Sensoren enthalten: „Eine um den Faktor 10 günstigere Produktion“. Als potenzielle Verwerter-Kunden der so am eigenen Fuß erfassten Daten nannte er beispielsweise Versicherungs- und Energiekonzerne, parallel gewonnene Biovital-Daten lassen sich der Medizinbranche, dem Gesundheitswesen und Versicherungsunternehmen zuführen, aber auch die Automobilindustrie sowie Schufa und Credit-Reform könnten aus dem digitalen Laufschuh Erkenntnisse gewinnen.

„Im Kern der Digitalisierung“, so machte der Referent deutlich, „steckt nutzer-zentriertes Denken“. Die Daten-Ökonomisierung – Data Driven Business – nannte er ebenso als Erfolgsstrategie der Zukunft wie die Big Data-basierten, immer exakteren Prognosemöglichkeiten durch das Internet der Dinge.

Die Startveranstaltung mündete in eine Vielzahl angeregter Gespräche. Den gastlichen Rahmen schuf das Catering-Team von Müssle mit einem acht Meter langen Buffet norditalienischer Spezialitäten und nicht zuletzt die exzellenten Musiker Peter Lehel, Werner Acker und Dirk Blümlein.