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Peter Altmaier. Foto: dpa
Peter Altmaier. Foto: dpa
14.03.2019

Handwerk sieht schweren Zeiten entgegen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat zum Auftakt der Internationalen Handwerksmesse in München vor schwierigen wirtschaftlichen Zeiten gewarnt. „Wir spüren bei den großen produzierenden Gewerben, die für Sie ja auch die relevanten Auftraggeber sind, eine neue Zurückhaltung“, sagte er gestern zur Eröffnung. Die Probleme seien politisch hausgemacht. Als Beispiele nannte Söder den Brexit und den Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Das Handwerk rechnet für das laufende Jahr gleichwohl mit erneut steigenden Umsätzen von bis zu vier Prozent für die gesamte Branche. Allerdings gehen nur zwölf Prozent der Betriebe von einer Verbesserung ihrer Geschäftssituation aus. Vor einem Jahr waren es noch mehr als die Hälfte, wie aus einem Bericht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) hervorgeht.

Söder und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprachen sich für eine Rückkehr der Meisterpflicht in Handwerksberufen aus. „Ich sehe gute Chancen, dass wir in einer Reihe von Berufen die Meisterpflicht wieder einführen“, sagte Altmaier. Die Meisterpflicht war 2004 in rund 50 Gewerken abgeschafft worden.

Daneben war der Fachkräfte- und Lehrlingsmangel ein Thema der Messe. 2018 standen erstmals mehr Ausbildungsstellen zur Verfügung, als es Bewerber gab. Vor allem das Handwerk spürt diesen Trend, auch wenn die Zahl der abgeschlossenen Lehrverträge seit Jahren steigt. So forderte die Gewerkschaft IG BAU verpflichtende Schulpraktika im Handwerk. „Beim Betriebspraktikum sollten Schüler wenigstens einmal Erfahrungen in einem Handwerksbetrieb sammeln können“, sagte der stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende Dietmar Schäfers. Eine Möglichkeit sei ein verpflichtendes Kurzpraktikum zwischen der siebten und zwölften Klasse.