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04.08.2017

Handwerker klagen: Nur Kommunen zahlen später

Pforzheim. „Was die Zahlungsmoral anbelangt, hat sich nicht viel geändert“, sagt Mathias Morlock von der Kreishandwerkerschaft. Vieles hänge davon ab, wie der Handwerksbetrieb bei der Auftragsabwicklung vorgehe: Hat er ein schriftliches Angebot und eine Auftragsbestätigung, sind die Preise eindeutig festgelegt, wurde eine mangelfreie Arbeit abgeliefert, wurden Teilzahlungen vereinbart und geleistet, ist der Skontoabzug geregelt? Wenn das alles passt, dann gebe es wenig Probleme. „Leider sind heute aber noch immer im Handwerk mündliche erteilte Aufträge weit verbreitet.“

Man verlässt sich auf das gesprochene Wort oder den Handschlag, „was die Sache aber im Nachhinein schwer beweisbar macht“, so Morlock. Komme es dann zu Unstimmigkeiten, ziehe zumeist der Auftragnehmer den Kürzeren, was bedeutet, dass der Handwerker auf sein Geld lange warten oder Teile davon ganz abschreiben müsse. In der Regel bezahlen die Kunden aber binnen zwei bis vier Wochen bei normalen Reparaturarbeiten. Bei größeren Aufträgen, wo dann oftmals noch ein Bauplaner oder Architekt eingeschaltet ist, müsse der Handwerker teilweise auch länger warten bis die Rechnung vom Architekten geprüft und zur Zahlung freigegeben wurde.

Unverändert sei auch, dass die Zahlungsmoral der Kommunen noch immer deutlich schlechter ist als bei Privatkunden oder Gewerbekunden. „50 bis 60 Tage sind hier leider keine Ausnahme“, bedauert Morlock. Das hänge meist auch damit zusammen, dass die Prüfungsphase in den zuständigen Ämtern bis zur Freigabe der Rechnung zu viel Zeit in Anspruch nehme. „Ein Zustand, der regelmüßig zu Unmut auf Seiten der auf ihr Geld wartenden Handwerker führt“.