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Die Terminflut hat ein Ende: Sparkassen-Vorstand Hans-Heiner Bouley geht in den Ruhestand.  Ketterl
Die Terminflut hat ein Ende: Sparkassen-Vorstand Hans-Heiner Bouley geht in den Ruhestand. Ketterl
Als Sohn eines Franzosen aus Burgund wurde Hans-Heiner Bouley die Weinliebhaberei in die Wiege gelegt.
Als Sohn eines Franzosen aus Burgund wurde Hans-Heiner Bouley die Weinliebhaberei in die Wiege gelegt.
18.09.2015

Hans-Heiner Bouley - Vorstandsmitglied der Sparkasse wird feierlich verabschiedet

Er hat das Private Banking bei der Sparkasse Pforzheim Calw verantwortet, also die Betreuung des Ersparten von besonders wohlhabenden Kapitaleignern. Er hatte das Stiftungswesen unter sich. Das Controlling des Geldhauses lief über seinen Schreibtisch, ebenso wie das Kreditmanagement sowie die zentrale Kreditbetreuung und Compliance (Stichwort: Geldwäsche-Kontrolle).

Die Aufzählung ist nicht vollständig. Bei der Euro-Umstellung hat er ebenso das große Rad in der Sparkasse mitgedreht. Nicht zuletzt: Die Installation und Betreuung der Schmuckwelten auf Managementebene wurde ihm übertragen.

Angesichts der Fülle an Aufgaben scheint klar: „Gottes schönste Gabe ist und bleibt der Oberschwabe.“ Hans-Heiner Bouley, gebürtiger Oberschwabe aus Ravensburg und noch bis Monatsende amtierendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Pforzheim Calw, darf diesen Aphorismus ungeniert zitieren. Denn auch mancher Badener im Geschäftsgebiet des öffentlich-rechtlichen Geldinstituts hatte in den vergangenen 14 Jahren seine Freude an „Gottes schönster Gabe“.

Sicher trifft das nicht in jedem Fall zu. Wenn es beispielsweise um die Sanierung von insolventen Firmen ging – auch dem Dezernat von Bouley angegliedert –, war die Rettungsaktion nicht immer zum persönlichen Vorteil des gescheiterten Inhabers.

Zutreffend ist jedenfalls: Wie kein anderer hat sich das Vorstandsmitglied in seiner Wahl-Heimat Pforzheim unters Volk gemischt – um Stimmungen einzufangen und Meinungen zu hören. Dazu gehörten auch zahlreiche Ehrenämter, unter anderem im sozialen Bereich. „Man muss unter die Menschen gehen“, sagt er. Das ist beispielsweise an Samstagen so, wenn er über den Wochenmarkt bummelt und danach bei einem Kaffee in der Schmuckwelten-Bar ganz privat mit „meinen Kunden“ ins Gespräch kommt. „Und das wird auch künftig so bleiben“, sagt Bouley. Aus seiner Position beim baden-württembergischen Sparkassen- und Giroverband wechselte der Diplom-Mathematiker, ein examinierter Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, im Jahr 2001 als Überwachungsvorstand zur Sparkasse Pforzheim Calw. Vom kommenden Monat an ist Ruhestand angesagt.

Bouley vollendet am Sonntag in einer Woche seinen 67. Geburtstag. Am Freitagabend wird er im CongressCentrum Pforzheim (CCP) verabschiedet. Und zwar genauso, wie er es schon immer bevorzugte: „Vor allem mit meinen Kunden.“ Als Hauptredner steht der Philosoph, Publizist und Autor Professor David Richard Precht am Podium. Thema: Moral und Verantwortung – warum wir anders handeln, als wir denken. Bouley: „Das könnte genauso gut eine Kunden-Veranstaltung des Private Banking sein. Und so ist’s mir recht.“

Und was kommt danach? Die Taktung runterfahren will er, sich auf einige wenige Ehrenämter konzentrieren – etwa Kirchensteuervertreter der Erzdiözese Freiburg und Diözesanrat. Die Vorliebe für Kunst- und Kulturreisen will er gemeinsam mit Ehefrau Monika pflegen. Als Sohn eines Franzosen mit einem Gut in Burgund will sich der Weinliebhaber künftig auch dort öfters aufhalten, denn: „Ich habe mir kürzlich ein Backhaus gekauft.“ Und auf was freut sich Frühaufsteher Bouley am meisten? „Aufs Ausschlafen.“