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Einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung von Langzeitarbeitslosigkeit liefert in Pforzheim auch die JobAkademie (von links): Die Mitarbeiter Thea Hezel, Günther Hornung, Daniela Sommer, Yvonne Beutler-Herm und Sozialbürgermeisterin Monika Müller.
Einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung von Langzeitarbeitslosigkeit liefert in Pforzheim auch die JobAkademie (von links): Die Mitarbeiter Thea Hezel, Günther Hornung, Daniela Sommer, Yvonne Beutler-Herm und Sozialbürgermeisterin Monika Müller.
02.12.2015

Hoffnung am Pforzheimer Arbeitsmarkt: Goldstadt bestätigt positiven Trend

Pforzheim. Die Zahl der Arbeitslosen im Nordschwarzwald ist im vergangenen Monat weiter zurückgegangen. Erstmals seit acht Jahren ist dabei die Arbeitslosenquote in Pforzheim wieder unter sieben Prozent gesunken, bleibt die Goldstadt trotzdem Schlusslicht in Baden-Württemberg.

Auch weil Mannheim sich auf 5,5 Prozent verbesserte. Im Deutschlandvergleich liegt Baden-Württemberg hinter Bayern (3,3 Prozent) auf Rang zwei. Der Enzkreis kletterte mit 2,6 Prozent landesweit ebenfalls auf den zweitbesten Platz hinter Biberach (2,3 Prozent).

Oberbürgermeister Gert Hager sieht den Aufwärtstrend in der Goldstadt bestätigt: „Dieser Rückgang ist vor allem auf den starken Abbau der Arbeitslosigkeit im Bereich SGB II (Hartz IV) zurückzuführen, für den sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jobcenter engagieren und mit Erfolg einsetzen.“ So konnte die Zahl der Langzeitarbeitslosen im November auf 1391 Personen und damit um 52 Personen gesenkt werden. Die Stadt Pforzheim sieht sich in ihrem Ansatz bestätigt, gezielte Projekte anzubieten, die verhindern, dass Menschen erst gar nicht langzeitarbeitslos werden. Erst am vergangenen Freitag hatte die „Wirtschaftswoche“ im Rahmen eines Städterankings der Stadt Pforzheim gute Noten erteilt (die PZ berichtete).

Im Bereich der Arbeitsagentur Nagold/Pforzheim sank die Quote um 0,1 auf 3,8 Prozent. „Der Arbeitsmarkt ist aktuell in einer stabilen Verfassung und wurde durch die milde Witterung zusätzlich positiv beeinflusst“, erläutert Martina Lehman, die neue Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim. Erfreulicherweise mussten sich im November erneut weniger Menschen arbeitslos melden als im Vormonat. Gleichzeitig sank auch die Zahl der Arbeitsuchenden. Diese rückläufige Dynamik bedeute, dass das Risiko den Arbeitsplatz zu verlieren für die Beschäftigten im Nordschwarzwald reduziert werden konnte.

„Für diejeningen, die bereits arbeitslos sind, ist es schwieriger geworden, eine Arbeitsstelle zu finden, weil die Unternehmen im Moment bei Neueinstellungen etwas zurückhaltender sind“, so Lehmann. Es gebe zudem erste Anhaltspunkte, die auf eine konjunkturelle Eintrübung auf dem Arbeitsmarkt hindeuten könnten. „Uns erreichen vermehrt Anfragen zur Kurzarbeit.“ Der Beratungsbedarf in den Betrieben steige. „Ob und in welchem Umfang dann auch tatsächlich Kurzarbeit angezeigt wird, ist derzeit jedoch nicht absehbar“, betont die Agenturchefin.

Mühlacker glänzt

Unter den sieben Geschäftsstellen der Arbeitsagentur Nagold-Pforzheim hat Mühlacker mit 2,9 Prozent den besten Wert. Es folgen Freudenstadt und Horb (jeweils 3,1 Prozent), Nagold (3,3 Prozent), Calw (3,5 Prozent), und Bad Wildbad (4,2 Prozent). Die Arbeitslosigkeit sei von Oktober auf November bei allen Personengruppen zurückgegangen, besonders deutlich in der Altersgruppe der 15- bis unter 25-Jährigen. Junge Fachkräfte, die nach ihrer Ausbildung im Sommer nicht übernommen wurden, hätten inzwischen eine Arbeitsstelle gefunden. Andere hätten eine Ausbildung oder ein Studium begonnen.

Die Arbeitslosenquote im Enzkreis ging von Oktober auf November um 0,1 auf 2,6 Prozent zurück. Insgesamt waren 2833 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1634 (57,7 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1199 in der Grundsicherung. Im November wurden 235 Stellenangebote gemeldet. Das waren 59 weniger als im Vormonat und neun weniger als vor einem Jahr. Aktuell sind 963 offene Stellenangebote im Bestand.

Die Arbeitslosenquote ging im Stadtkreis Pforzheim um 0,2 auf 6,9 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie noch bei 7,3 Prozent. Insgesamt waren 4371 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1369 (31,3 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 3002 (68,7 Prozent) in der Grundsicherung. Im November wurden 277 Stellen gemeldet. Das waren 94 weniger als im November 2014. Derzeit sind 767 Stellenangebote unbesetzt.