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18.05.2009

Hunderte Beschäftigte demonstrieren bei Harman Becker

KARLSBAD-ITTERSBACH. Vor den Werkstoren haben am Montag 550 Mitarbeiter aus mehreren Standorten des Automobilzulieferers Harman Becker am Stammsitz Ittersbach gegen den geplanten massiven Personalabbau protestiert. Anlass war ein Besuch des Chief Executive Officer (CEO), Dinesh Paliwal, oberster Konzernchef von Harman International.

Dieser betonte im Gespräch mit den Betriebsräten von Harman Becker, dass es ihm um den Fortbestand des Unternehmens und den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze gehe. Angesichts der dramatischen Umsatz- und Ertragseinbrüche müsse das Management handeln und die Kosten reduzieren. Kurzarbeit reiche dafür nicht aus. Bundesweit sollen bis zu 950 Stellen abgebaut werden, 285 davon in Ittersbach.

Besonders verärgert sind die Beschäftigten darüber, dass die Geschäftsleitung von ihren Plänen zur Verlagerung der Arbeitsplätze nach Ungarn nicht abrücken will. Dass sich die Pläne der Geschäftsleitung auch wirtschaftlich nicht rechnen, habe der Gesamtbetriebsrat durch ein Gutachten von Prof. Dr. Heinz Bierbaum (Saarbrücken) nachgewiesen, erläuterte Vorsitzende der Gesamtbetriebsrats Marianne D'Agnano. Deshalb sollte der Konzernchef aus den USA den Zorn der betroffenen Beschäftigten zu spüren bekommen. Anstatt fast 1000 Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen, könnte die Krise durch Kurzarbeit und weitere b

eschäftigungssichernde Maßnahmen überwunden werden. Der Autoradiohersteller Becker war 1995 vom US-Konzern Harman International übernommen worden.