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Im gesamten Zahlungsverkehr muss künftig die SEPA-Überweisung genutzt werden.
Im gesamten Zahlungsverkehr muss künftig die SEPA-Überweisung genutzt werden.
19.01.2016

IBAN, die Schreckliche, hat sich bewährt

Der Countdown läuft: In 14 Tagen ist die gute alte Kontonummer endgültig Vergangenheit: Die IBAN (International Bank Account Number), wegen ihrer Länge von 22 Zeichen auch „IBAN, die Schreckliche“ genannt, wird im Zahlungsverkehr auch unter Privatleuten zur Pflicht.

Die Deutsche Bundesbank zweifelt freilich vor dem endgültigen Abschied an einer komplett reibungsfreien Umstellung. Vom 1. Februar 2016 an dürfen auch Verbraucher Lastschriften und Überweisungen in Euro nur noch im neuen Format tätigen, für Unternehmen und Vereine gilt das europäische Zahlungsverfahren SEPA (Single Euro Payments Area) bereits seit August 2014. Zwar hätten sich die meisten Bürger an die 22 Zeichen lange IBAN gewöhnt. „Aber eine kleine Minderheit hält immer noch an der alten Kontonummer fest“, sagt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele in Frankfurt.

„Die Umstellung auf das SEPA-Zahlungssystem verlief im gewerblichen Bereich recht professionell“, erklärt Georg Stickel, Vorstandsmitglied der Sparkasse Pforzheim Calw. „Einigen Beratungsbedarf gab es bei den Vereinen.“ Von wenigen Ausnahmen abgesehen, hätten auch die Privatkunden der Sparkasse die Umstellung gut bewältigt. „Da sie jedoch bis Ende Januar Bankleitzahl und Kontonummer wie üblich weiter verwenden konnten, ist es möglich, dass die endgültige Umstellung zu Nachfragen führen wird.“

Derzeit müssten die Geschäftsbanken noch etwa zehn Prozent aller Überweisungen auf die IBAN umstellen. „Diese Möglichkeit endet am 1. Februar. Ich bin besorgt, ob das bis dahin wirklich jeder weiß.“ Probleme befürchtet Bundesbank-Chef Thiele insbesondere bei Älteren oder bei Menschen, die etwa aus Sicherheitsgründen kein Online-Banking nutzen.

„Die Umstellung auf SEPA, den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum, läuft bereits seit einigen Jahren“, erläutert Jürgen Zachmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Pforzheim. Seit einem Jahr werden Überweisungsträger nur noch mit IBAN und BIC ausgegeben. Zahlungsaufträge ohne IBAN dürften künftig nicht mehr ausgeführt werden. „Da bereits der gesamte beleglose Zahlungsverkehr und 96 Prozent des beleghaften Zahlungsverkehrs mit dem SEPA-Verfahren abgewickelt werden, gehen wir jedoch von einem reibungslosen Übergang aus.“