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Die IG Metall will heute mit Warnstreiks weiter Druck auf die Arbeitgeber machen, aber die scheinen sich noch nicht beeindrucken lassen zu wollen.
Die IG Metall will heute mit Warnstreiks weiter Druck auf die Arbeitgeber machen, aber die scheinen sich noch nicht beeindrucken lassen zu wollen. © dpa
07.05.2012

IG-Metall-Warnstreiks vor vierter Verhandlungsrunde

Kurz vor der vierten Verhandlungsrunde im Metall-Tarifkonflikt ruft die IG Metall die Beschäftigten auch am Montag wieder zu Warnstreiks auf. Unter anderem ist das größte Daimler-Werk betroffen. Dort erwartet die Gewerkschaft mehrere tausend der insgesamt mehr als 30.000 Beschäftigten zu einer Kundgebung. Auch kleinere Firmen wie Festo, Trumpf Laser und Junghans sind vom Ausstand betroffen.

Metall-Arbeitgeber und Gewerkschaft im Südwesten preschen an diesem Dienstag mit den vierten Tarifgesprächen vor. Erst drei Tage nach dem Treffen in Sindelfingen verhandeln die Tarifvertragsparteien im ebenfalls mächtigen Bezirk Nordrhein-Westfalen weiter. Auch eine fünfte Runde für die rund 800.000 Beschäftigten der Branche im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg steht schon fest: am 15. Mai, ebenfalls in Sindelfingen.

Doch Beobachter machen sich keine großen Hoffnungen, dass der gordische Knoten in Kürze durchschlagen werden könnte. Beide Seiten fordern die andere auf, kooperativer zu sein. «Aus unserer Sicht ist es an der Zeit, dass sich die IG Metall bewegt», sagt der Sprecher des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, Volker Steinmaier. Die Offerte seines Verbandes von Mitte April, die eine Erhöhung der Entgelte um drei Prozent für 14 Monate vorsieht, sei ein «großer Schritt» auf die Gewerkschaft zu.

Die IG Metall sieht dies jedoch als «Provokation» und fordert für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche weiter 6,5 Prozent mehr für zwölf Monate. Ähnliche Erwartungen wie Südwestmetall hegt auch die IG Metall. «Wir wollen Nachbesserungen des Arbeitgeberangebotes», betont der Sprecher der Bezirksleitung Baden-Württemberg. Besonders strittig sind die qualitativen Forderungen der Gewerkschaft - die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten sowie mehr Mitbestimmung bei Leiharbeit. Diese Anliegen lehnen die Arbeitgeber ab.

Kommen die Tarifparteien vor Pfingsten nicht zu einer Einigung, wird es den Warnungen der Gewerkschaftsspitzen zufolge zu einer Urabstimmung über einen unbefristeten Arbeitskampf kommen. «Wenn bis dahin eine Lösung nicht absehbar ist, macht es keinen Sinn zuzuwarten», sagt ein Gewerkschaftsfunktionär. dpa

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