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Professorin Ossola-Haring.
Professorin Ossola-Haring.
14.06.2019

IHK Nordschwarzwald veranstaltet am 26. Juni den Unternehmensnachfolgetag

Pforzheim. Wenn die Weitergabe des Unternehmens ansteht, kommen auf die verantwortlichen Personen eine Vielzahl der unterschiedlichsten Fragestellungen zu, für die sie in der Regel auf keinerlei Erfahrungswerte zurückgreifen können. Die IHK Nordschwarzwald stellt deshalb am 26. Juni im IHK-Haus in Pforzheim in vier Foren „Früher an später denken“ kritische Erfolgsfaktoren in den Mittelpunkt.

In das Themengebiet wird Professorin Ossola-Haring von der SRH Hochschule Calw einführen, die der Frage nachgeht, was die Nachfolgergeneration, die Generation Y, motiviert oder auch abschreckt. Sie arbeiten, um zu leben. Zwischenzeitlich folgen nur noch in weniger als 50 Prozent der Fälle Familienangehörige der/dem Abgebenden nach, obwohl diese immer noch für die SeniorInnen mit weitem Abstand (über 70 Prozent) die erste Priorität darstellen.

Bei der Generation Z (Geburtenjahrgänge ab 2000) entwickelt sich Leben und Arbeiten zu einem fließenden Prozess. Über die Hälfte der betroffenen Personen kann sich vorstellen, nur halbtags zu arbeiten, um auch Zeit für andere Aktivitäten im Leben zu haben.

Auch das Unternehmerfamilienleben beeinflusst stark die Entscheidungsfindung der Kinder: Originaltöne potentieller Nachfolger wie, „von morgens bis abends nur Geschäfd, Geschäfd, Geschäfd“ stellen eher die Regel dar, so Professorin Ossola-Haring. Aber dennoch gibt es Strategien, die positiv auf die potenziellen Nachfolger wirken. „Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.“ Und was der Generation Y schmeckt, zeigt sie in ihrer Keynote mit dem Titel „Perspektivenwechsel: Nachfolge neu gedacht“ beim Unternehmensnachfolgetag der IHK Nordschwarzwald auf. Weiterhin ist der Anteil der Frauen, die in einem Unternehmen nachfolgen, stark unterrepräsentiert. Die unterschiedlichsten Gründe sind hier maßgeblich. Frau Sannwald von der Kontaktstelle Frau und Beruf wird Ursachen und Einflussgrößen aufzeigen und Alexandra Volz, Locher Räumwerkzeuge GmbH, berichtet, wie die Praxis aussieht, wenn eine Frau die Nachfolge antritt.

Forum zwei widmet sich der stets konträr diskutierten Frage „Was ist das Unternehmen wert?“. Stefan Hammes, Nachfolgemoderator der IHK Nordschwarzwald, stellt neben dem Überblick über die gängigen Verfahren den KMU-Rechner vor, ein Internettool zur Berechnung des Unternehmenswertes.

Ein weiterer kritischer Erfolgsfaktor ist die Vorsorge vor einer ungeplanten Unternehmensnachfolge. Immerhin zwölf Prozent der Übergaben erfolgen aufgrund von Krankheit und Tod. Anja Maisch stellt das Notfallhandbuch der IHK vor und Notar Franz Lingenfelser zeigt auf, wie ein Unternehmer-Testament aussehen sollte. Im vierten Forum steht die kostspielige Pensionszusage im Mittelpunkt.

www.nordschwarzwald.ihk24.de