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IHK-Präsidentin Claudia Gläser.  Foto: PZ-Archiv/Meister 

IHK-Präsidentin Claudia Gläser: „Marke Schwarzwald stärker nutzen“

Nordschwarzwald. „Wir müssen Kreativität, Flexibilität und Offenheit zeigen, dann können wir das neue Jahrzehnt erfolgreich gestalten“, appellierte Claudia Gläser, Präsidentin der IHK Nordschwarzwald. Gläser war Referentin bei einem Treffen des CDU-Wirtschaftsrats Deutschland der Sektion Calw/Freudenstadt am Dienstagabend in den Räumlichkeiten der Firma Infinex in Haiterbach.

Gläser verdeutlichte, dass der Schwarzwald nicht nur über eine atemberaubende Natur verfüge und weltweit einen guten Ruf genieße, sondern auch als starker Wirtschaftsstandort gelte „Während die Natur gegeben ist, so haben Erfindergeist und innovative Entwicklungen der Menschen zu dieser positiven Entwicklung in der Region geführt“, lobte sie. Insbesondere die Dynamik und Verlässlichkeit, mit der die Firmen arbeiten, werden im Ausland immer wieder hervorgehoben. „Diese weltweite Marke müssen wir stärker nutzen“, forderte sie weiter. Dabei machte die Präsidentin der IHK Nordschwarzwald auch keinen Hehl daraus, dass diese Tugenden dafür verantwortlich waren, schwere Zeiten zu überwinden.

Laut Gläser habe die Wandlungsbereitschaft der Firmen in der Region dafür gesorgt, dass diese in zahlreichen Branchen als Weltmarktführer gelten. „Es gilt nicht nur die Gefahren zu sehen, sondern die Chancen zu nutzen“, so die Unternehmerin. Deshalb forderte sie von der Politik ein, die nötigen Strukturen zu schaffen. Insbesondere der flächendeckende Breitbandausbau verbunden mit der Digitalisierung hinke im Vergleich zu anderen Ländern gewaltig hinterher. Die Digitalisierung sieht sie als große Möglichkeit und stellte klar, dass diese erst am Anfang ihrer Entwicklung sei. Ebenso rügte sie die Bürokratisierung, welche oftmals nicht zielführend sei und die Firmen am Tatendrang hindere.

Zwar steht der Wirtschaftsrat für ein Umdenken im Klimaschutz aber voreilige Entscheidungen hält Gläser für falsch. Neben der Elektromobilität betonte sie die Fortschritte bei Brennstoffzellen und Wasserstoff. Die derzeitigen weltweiten Entwicklungen bereiten ihr durchaus Sorgen. Für Gläser ist es deshalb unabdingbar, ein klares Bekenntnis zur Europäischen Union zu leisten. Mit über 500 Millionen Bürgern sei der Europäische Binnenmarkt riesig und für die regionalen Firmen gelte es die gebotenen Möglichkeiten zu nutzen.

Die Firma Infinex bezeichnete Gläser als Musterbeispiel für eine erfolgreiche Entwicklung in der Region und die Möglichkeiten, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Infinex verarbeitet Kunststoff und beschäftigt rund 200 Mitarbeiter. Neben Haiterbach verfügt Infinex über Standorte in Horb, Tschechien, den USA und Kanada.

Kürzlich erhielt die Firma zum zweiten Mal das TopJob-Siegel. Martin Hartl, Geschäftsführender Gesellschafter, verdeutlichte die Probleme, Fachkräfte zu finden. Deshalb habe in der Firma ein Umdenken stattgefunden, in der vor allem eine offene Kommunikation herrscht. „Als Familienunternehmen sehen wir es als selbstverständlich an, die Mitarbeiter weiterzuentwickeln und zu halten.“