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Diskutierten über die Trends der Zukunft und die Bedeutung von Heimat: Burkhardt Thost, Sebastian Finkbeiner, Vanessa Lindner, Bernadette Schoog, Claudia Gläser, Kurt Schmalz und Martin Keppler.
Diskutierten über die Trends der Zukunft und die Bedeutung von Heimat: Burkhardt Thost, Sebastian Finkbeiner, Vanessa Lindner, Bernadette Schoog, Claudia Gläser, Kurt Schmalz und Martin Keppler.
Rund 400 Gäste hatten sich im Hof der Alpirsbacher Klosterbrauerei zum Sommerempfang der IHK versammelt.
Rund 400 Gäste hatten sich im Hof der Alpirsbacher Klosterbrauerei zum Sommerempfang der IHK versammelt.
Prosit: IHK-Präsident Burkhardt Thost und Brauereichef Carl Glauner (von links).
Prosit: IHK-Präsident Burkhardt Thost und Brauereichef Carl Glauner (von links).
Erkenntnisreiches und wohlschmeckendes Bierseminar im Herzen des Alpirsbacher Braukellers: Michael Knuth, Thomas Müller, Volker und Petra Noske sowie Denise Niethammer (von links).
Erkenntnisreiches und wohlschmeckendes Bierseminar im Herzen des Alpirsbacher Braukellers: Michael Knuth, Thomas Müller, Volker und Petra Noske sowie Denise Niethammer (von links).
Rund 400 Gäste hatten sich im Hof der Alpirsbacher Klosterbrauerei zum Sommerempfang der IHK versammelt. Fotos: Ketterl
Rund 400 Gäste hatten sich im Hof der Alpirsbacher Klosterbrauerei zum Sommerempfang der IHK versammelt. Fotos: Ketterl
15.07.2016

IHK-Sommerempfang: Als Zukunftsregion mit Innovation punkten

Stuttgart. Nein, so griesgrämig ist er gar nicht: Gut, er klatsch gerade dreimal kurz in die Hände, um das Publikum zum Mitmachen zu animieren, nuschelt einen Dank ins Mikrofon, ehe er sang- und klanglos von der Bühne verschwindet. Aber Van Morrison spricht durch seine Musik – den eigenwillig-eingängigen Gesang, das gefühlvolle Saxofon- und fabelhafte Mundharmonika-Spiel.IHK-Sommerempfang am Donnerstagabend im Alpirsbacher Brauereihof.

Wir nehmen ein paar Schlaglöcher auf den Straßen in Kauf, wenn dafür die Datenautobahn zügig und breit ausgebaut wird“, meint der Unternehmen Kurt Schmalz aus Glatten im südlichen Teil des Nordschwarzwaldes, dessen Firma Vakuumtechnik für Automationen herstellt. Fachkräfte würden nicht selten eine gute Internetverbindung als Kriterium in die Bewerbungsgespräche einfließen lassen. Doch Schmalz ist zuversichtlich angesichts der Tatsache, dass ein von ihm mitinitiierter Hochschul-Campus in Freudenstadt dafür sorgen könne, „dass wir in ein paar Jahren das Digital Valley sind“, sagt er in Anlehnung an das US-amerikanische Silicon Valley.

Der Schmalz-Geschäftsführer ist Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordschwarzwald. Und sie wird der Region im kommenden Jahr einen deutlichen Schub verpassen, kündigt IHK-Präsident Burkhardt Thost beim Sommerfest der Kammer gestern Abend auf dem Brauerei-Gelände von Alpirsbacher Klosterbräu an. Als da sind folgende Projekte: In Nagold schafft die IHK neue Räume für die Aus- und Weiterbildung. Die Idee eines Hochschul-Campus in Freudenstadt als Außenstelle der Uni Stuttgart nimmt Formen an, ein Projekt, bei dem die Kammer eine Anschubfinanzierung gewähre. An der Hochschule Pforzheim werde eine Stiftungsprofessur für den Bereich Mechatronik realisiert – auch hier fließen Thost zufolge Gelder für die Anschubfinanzierung. Und: Eingebettet in das Jubiläum anlässlich 250 Jahre Goldstadt Pforzheim wird die Kammer ein Zukunftsforum ins Leben rufen. Denn, so Thost, Innovation sei unerlässlich im globalen Wettbewerb. Die regionalen Unternehmen seien getrieben durch sich immer schneller verändernde Märkte und Wettbewerber. „Da gilt es, die Nase vorn zu haben.“

Das bestätigt in einer von der Journalistin Bernadette Schoog moderierten Podiumsdiskussion Sebastian Finkbeiner (Hotel Traube Tonbach, Baiersbronn): „Wer sich auf den Lorbeeren ausruht, hat schon verloren. Der Nachbar schläft nicht.“ Vanessa Lindner, Enkelin der Gründerin der Börlind GmbH, Calw, sieht sich mit ihren Produkten im Wettbewerb mit großen Akteuren aus London, Rom und Paris. Der Standort Schwarzwald sei ein hervorragendes Alleinstellungsmerkmal für die Börlind-Naturkosmetika „Made in Black Forest“. Nur hier gebe es das besondere Tiefenquellwasser und die typische Schwarzwaldrose.

Für Claudia Gläser (Gläser GmbH, Horb – Anlagenbau und Hydraulik) ist Innovation „der Motor eines Unternehmens“. Sie macht aber das Gewinnen und Halten von Fachkräften auch von einer traditionellen Infrastruktur abhängig. So sei ein entsprechendes Angebot an Einkaufsmöglichkeiten und medizinischer Versorgung vor Ort wichtig für die Beschäftigten. „Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Menschenführung“, mit diesen Schlagworten will die IHK die Zukunft angehen. Deren Hauptgeschäftsführer Martin Keppler hat das Ziel, den jungen Menschen in der Region ein Angebot zu bieten, das sie als Mitarbeiter oder Unternehmer in der Region hält. An dieser Aufgabe sollten sich alle hier ansässigen Unternehmen beteiligen.

Der Hausherr des IHK-Sommerfeste, Carl Glauner, geschäftsführender Gesellschafter bei Alpirsbacher Klosterbräu, sieht sein Traditionsunternehmen einerseits regional gut verwurzelt. Und auch im harten deutschen Wettbewerb „behaupten wir uns gut“. Andererseits gebe es das Bier „mit dem besonderen Brauwasser“ inzwischen in China, Italien, Singapur und Frankreich.