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© Symbolbild: dpa
30.07.2015

Im Juli weniger Arbeitslose in der Region als im Vorjahr

Erstmals seit Februar ist die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim gegenüber dem Vormonat wieder leicht gestiegen. Mitte Juli waren 12.981 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 145 oder 1,1 Prozent mehr als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahr gab es dagegen eine deutliche Verbesserung: Im Juli 2014 waren noch 600 oder 4,4 Prozent mehr Menschen ohne Job.

Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – blieb unverändert bei 4,0 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 4,3 Prozent.

„Die Entwicklung ist typisch für die Jahreszeit, da sich im Sommer viele Jugendliche nach Abschluss einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung vorübergehend arbeitslos melden. Hinzu kommen urlaubs- und quartalsbedingte Kündigungen“, so Jürgen Schwab, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim.

Die Einstellungsbereitschaft der Betriebe ging vor der anstehenden Ferien- und Urlaubszeit zurück. Betriebe und Verwaltungen meldeten in den letzten vier Wochen 1265 zu besetzende Stellen, 137 oder 9,8 Prozent weniger als im Juni aber 140 oder 12,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Am regionalen Ausbildungsmarkt gibt es aktuell mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als Bewerber, die über die Arbeitsagentur noch nach einem Ausbildungsplatz suchen. Angebot und Nachfrage passen hier nicht immer zusammen.

Junge und ältere Arbeitslose

Nach dem Ausbildungsabschluss müssen oder wollen sich viele eine neue Arbeitsstelle suchen. Das bringt in jedem Jahr vor den Sommerferien einen Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen, da der direkte Übergang von der Ausbildung in Beschäftigung nicht immer gelingt. Die Zahl der Arbeitslosen in dieser Altersgruppe hat sich gegenüber Juni zwar um 161 oder 15,7 Prozent auf 1186 erhöht, sie liegt aber um 137 oder 10,4 Prozent unter dem Vorjahreswert, was für die gute Verfassung des Arbeitsmarktes spricht.
Am anderen Ende der Alterspyramide, bei den Älteren (50 Jahre und älter), ist die Arbeitslosigkeit in den letzten vier Wochen um 18 oder 0,4 Prozent und gegenüber Juli 2014 sogar um 217 oder 4,6 Prozent zurückgegangen.

„Mit einem Anteil von 54,6 Prozent umfasst der SGB II - Bereich nach wie vor mehr als die Hälfte des Arbeitslosenbestandes. Allerdings profitiert auch der Rechtskreis SGB II zunehmend von der guten Konjunktur und das ist sehr erfreulich“, so Schwab.

Regionale Arbeitslosenquoten

Regional verlief die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Juli uneinheitlich. Erfreulich war der Rückgang der Quote im Vergleich zum Vormonat um jeweils 0,1 auf 3,4 Prozent in Horb und 3,6 Prozent in Nagold. Unverändert blieb die Quote in Calw (3,6 Prozent) und in Bad Wildbad (4,5 Prozent). Um jeweils 0,1 erhöhte sich die Quote in Mühlacker (3,1 Prozent), Freudenstadt (3,1 Prozent) und Pforzheim (4,8 Prozent).

Stadt Pforzheim

Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 7,2 Prozent. Im Juli 2014 lag sie noch bei 7,6 Prozent. Damit bleibt Pforzheim Schlusslicht unter den 44 Kreisen in Baden-Württemberg. Insgesamt waren 4548 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1513 (33,3 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 3035 (66,7 Prozent) in der Grundsicherung.

Enzkreis

Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 2,8 Prozent. Im Juli 2014 lag sie bei 2,9 Prozent. Damit belegt der Enzkreis, gemeinsam mit den Kreisen Rottweil und Waldshut, Platz sechs in Baden-Württemberg. Insgesamt waren 3055 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1835 (60,1 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1220 (39,9 Prozent) in der Grundsicherung.

Landkreis Calw

Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 3,8 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 4,1 Prozent. Insgesamt waren 3226 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1579 (48,9 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1647 (51,1 Prozent) in der Grundsicherung.

Landkreis Freudenstadt

Die Arbeitslosenquote hat sich im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent erhöht. Vor einem Jahr lag sie noch bei 3,6 Prozent. Insgesamt waren 2152 Personen arbeitslos gemeldet, davon 964 (44,8 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1188 (55,2 Prozent) in der Grundsicherung.

Stellenmarkt

4241 Stellenangebote waren am Stichtag im Juli im Bestand, 57 oder 1,4 Prozent mehr als im Juni und 735 oder 21,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gute Beschäftigungsmöglichkeiten zeigen sich, bedingt durch die Sommersaison in der Gastronomie, für Restaurantfachleute, Kellner und Köche. Im Gesundheitswesen bieten sich für Alten- und Krankenpfleger gute Chancen, vor allem im Bereich der ambulanten Pflege. Gesucht werden aber auch Kraftfahrzeugführer, Friseure sowie Bürofachkräfte mit guten Fremdsprachenkenntnissen.

Ausbildungsstellenmarkt

Von Oktober 2014 bis Juli 2015 wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim insgesamt 3871 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 88 oder 2,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der leichte Anstieg der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen ist sowohl auf die stabile wirtschaftliche Situation als auch auf die intensivere Zusammenarbeit mit den Betrieben zurückzuführen. Für sie wird es zunehmend schwieriger, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen, der Arbeitgeberservice wird deshalb vermehrt und früher kontaktiert.

Seit Beginn des aktuellen Beratungsjahres am 1. Oktober 2014 haben insgesamt 3430 Bewerber die Ausbildungsvermittlung der Arbeitsagentur bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle in Anspruch genommen. Das waren 242 oder 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Derzeit sind noch 1131 junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz; ihnen stehen 1359 freie Ausbildungsstellen zur Verfügung. Rechnerisch gibt es damit 228 mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als unversorgte Bewerber. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres fiel die Differenz mit 129 kleiner aus.