Im Nordschwarzwald rechnen laut IHK-Umfrage 82 Prozent der Betriebe mit Umsatzrückgängen

Pforzheim. Trübe Aussichten: Die Pandemie löst bei mehr als der Hälfte der deutschen Betriebe einen Nachfrageeinbruch aus, wie die fünfte Corona-Blitzumfrage der IHK-Organisation ergab. Befragt wurden 13 000 Betriebe aus allen Branchen. Im Nordschwarzwald sind es demnach sogar 66 Prozent.

Gekürzte Investitionsbudgets drücken in vielen Weltregionen derzeit die Nachfrage auch nach deutschen Produkten, heißt es in der Mitteilung. Im Inland komme es infolge der neuen coronabedingten Einschränkungen in etlichen Branchen zu weiteren Nachfrageausfällen. Insgesamt rechnen mehr als zwei Drittel der Unternehmen für das Gesamtjahr 2020 mit einem Umsatzrückgang. In der Region erwarten 82 Prozent der Befragten einen Rückgang.

Besonders hoch sei der Anteil der Betriebe im Gastgewerbe (Bund: 93 Prozent), in der Reisewirtschaft (94 Prozent) sowie der Kultur- und Kreativwirtschaft (90 Prozent).

Gerade im Nordschwarzwald hängen sehr viele mittelständische Existenzen von diesen Branchen ab, sagt Claudia Gläser, Präsidentin der IHK Nordschwarzwald. Deshalb sei es sehr wichtig, dass die versprochenen Soforthilfemaßnahmen rasch und unbürokratisch fließen. Wenn es nicht gelingen sollte, diese Unternehmen zu stützen, werden in der Tourismus-, Messe-, und Eventbranche zahlreiche aufgeben müssen.

Aber auch im Kfz-Handel (Bund: 73 Prozent) und in der Industrie (69 Prozent) verzeichneten überdurchschnittlich viele Betriebe Umsatzrückgänge. Gesamtwirtschaftlich liege das unter anderem an stornierten Aufträgen (29 Prozent; Nordschwarzwald: 32 Prozent) sowie an logistischen Engpässen bei Zuliefererprodukten (14 Prozent; Nordschwarzwald: 12 Prozent).

Als Reaktion auf die Krise müssten aktuell 49 Prozent der Unternehmen Investitionen streichen (Nordschwarzwald: 50 Prozent) oder verschieben. 40 Prozent müssten Kosten einsparen (Nordschwarzwald: 41 Prozent) oder 24 Prozent Personal abbauen (Nordschwarzwald: 18 Prozent).

Viele Betriebe würden aber auch neue Lösungen entwickeln, indem sie etwa die Digitalisierung vorantreiben (Bund: 36 Prozent, Nordschwarzwald: 21 Prozent), ihre Online-Präsenz ausbauen (32 Prozent, Nordschwarzwald: 45 Prozent) oder Geschäftsmodelle umstellen (Bund: 22 Prozent; Nordschwarzwald: 13 Prozent).