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In Not: Das Pforzheimer Schmuckunternehmen Guthmann + Wittenauer hat einen Insolvenzantrag gestellt.
In Not: Das Pforzheimer Schmuckunternehmen Guthmann + Wittenauer hat einen Insolvenzantrag gestellt.
28.08.2008

Im Sog von EganaGoldpfeil: Pforzheimer Schmuckunternehmen Guthmann + Wittenauer geht in die Insolvenz

PFORZHEIM. Die Finanzkrise des deutsch-chinesischen Luxuskonzern EganaGoldpfeil hat nun auch nach Pforzheim durchgeschlagen. Konzerntochter Guthmann+Wittenauer (G+W) hat am Mittwoch Insolvenzantrag gestellt.

Wie Gewerkschaftssekretär Arno Rastetter von der IG Metall im PZ-Gespräch sagte, sei am heutigen Donnerstag um 15 Uhr eine Betriebsversammlung, bei der die 79 Beschäftigten vom vorläufigen Insolvenzverwalter, Wolfgang Bilgery (Stuttgart), über die weiteren Schritte informiert werden.

Die zweite Pforzheimer EganaGoldpfeil-Tochter Abel & Zimmermann (A&Z) hat wie G+W ihren Firmensitz an der Gymnasiumstraße. Sie sei bislang von einer Insolvenzanmeldung nicht betroffen. A&Z beschäftigt 25 Mitarbeiter.

Obwohl die Europa-Holding bereits am vergangenen Donnerstag Insolvenzantrag gestellt hatte, wurden die Pforzheimer Beschäftigten bis heute im Ungewissen gelassen, wie ihre berufliche Zukunft aussehen wird.

Wie berichtet hat die EganaGoldpfeil Europe (Holdings) GmbH, Obergesellschaft des europäischen Teils des internationalen Luxusgüterkonzerns EganaGoldpfeil, Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Die gesamte Gruppe befindet sich nach Konzernangaben seit Sommer 2007 unter Beteiligung ihrer europäischen und asiatischen Banken in einem Sanierungsprozess, in dem unter Einbindung eines Hong Konger Investors, Lifestyle International Holdings Ltd., das Unternehmen umfassend restrukturiert werden soll.

Wörtlich heißt es: „Aufgrund Fragen zu chinesischen Steuer- und Zoll Angelegenheiten, konnte dieser Prozess noch nicht wie vorgesehen abgeschlossen werden. Dies führte zu Liquiditätsproblemen, die innerhalb des nach deutschem Recht zur Verfügung stehenden zeitlichen Rahmens nicht gelöst werden können, so dass sich die Geschäftsführung zur Erhaltung der Sanierungschancen veranlasst sah, für die Dachgesellschaft Insolvenzantrag zu stellen.“