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Jens Schott und Andreas Fuhrmann präsentieren die regionalen Zahlen der Creditreform. Foto: Meyer
Jens Schott und Andreas Fuhrmann präsentieren die regionalen Zahlen der Creditreform. Foto: Meyer
15.09.2017

In der Region ist kein Wurm drin: Creditreform bescheinigt Nordschwarzwald geringe Risikowerte

Pforzheim. Ein saftiger grüner Apfel verlockt zum Reinbeißen – aber vorsichtig, es könnte ein Wurm drin stecken. Noch schlimmer ist das im Geschäftsleben, wenn der Kunde die gelieferte Maschine gar nicht bezahlen kann. Damit dies nicht passiert, sammelt die Wirtschaftsauskunftei Creditreform jede Menge Daten und wertet diese aus. Und was Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen in der Region Nordschwarzwald angeht, geben Geschäftsführer Jens Schott und Professor Andreas Fuhrmann (Fachhochschule Heilbronn) vom Verein Creditreform Pforzheim grünes Licht. „Die Gefahr des Pleiterisikos hat sich in der Region Nordschwarzwald erneut verringert.“

Insgesamt 30 392 Unternehmen im Nordschwarzwald wurden für die Erhebung berücksichtigt. Die Anzahl der Unternehmen mit Negativmerkmalen beträgt lediglich 406. Dies entspricht einem aktuellen Creditreform Risiko-Indikator (CRI) von lediglich 1,34 Prozent (2016: 1,42 Prozent). „Dieser liegt deutlich unter dem Wert der Bundesrepublik Deutschland“, ergänzt Vorstandsvorsitzender Fuhrmann. Und auch die bundesweite Landkarte mit den eingefärbten Risiko-Indikatoren hat sich in den vergangenen Jahren positiv verändert. Statt rot und gelb für besonders riskante Regionen, leuchtet Baden-Württemberg nahezu flächendeckend grün, was für ein extrem geringes Ausfallrisiko spricht.

Wer im Nordschwarzwald Kredite – auch Lieferantenkredite – vergibt, kann – statistisch betrachtet – am ruhigsten schlafen, wenn der gewerbliche Schuldner in Calw zu Hause ist. Dem gegenüber ist bei Geschäften in der Goldstadt Pforzheim nach wie vor etwas mehr Vorsicht geboten. Die Halbjahreszahlen prognostizieren, dass der Landkreis Calw erstmalig die Führungsposition in der Region übernehmen wird. Laut aktueller Auswertung bricht der Enzkreis mit 128 Ausfällen seinen jahrelangen Aufwärtstrend. Mit einem CRI von 1,17 Prozent ist die Ausgangslage nach wie vor glänzend. Auch das einstige Sorgenkind Pforzheim hat zuletzt mit 130 Ausfällen zahlenmäßig wieder etwas zugelegt. Der aktuelle Creditreform-Index liegt bei 1,95 Prozent. Im Jahr 2013 waren es noch 2,92 – was einen unrühmlichen Höchststand bedeutete. „Die allgemeinen Prognosen lassen darauf schließen, dass sich alle Kreise auch Pforzheim positiv entwickeln werden“, ergänzt Fuhrmann.

Negativer (Branchen-)Spitzenreiter im Sinne des Ausfallrisikos ist in diesem Jahr im Nordschwarzwald der Bereich Verkehr und Lagerei unter welchen Speditionen, Kurierdienste und Taxibetriebe eingeordnet werden. Verbessert habe sich hingegen das Gastgewerbe. Waren es im Vorjahr noch 48 Ausfälle in der Branche, sind es 2017 nur noch 30. Im Handel gab es 110 Ausfälle, dort sind aber auch 6027 Firmen aktiv.