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Aktuelle Trends in der Medizintechnik präsentieren (von links): Gerd Lüdke (Curetis GmbH), Prodekan Martin Pfeiffer, Jürgen Blattner (BSR Ingenieur-Büro) und Tobias Preckel (Hochschule Pforzheim). 

„Industrie trifft Hochschule“ beschäftigt sich mit Molekulartechnik

Pforzheim. Medizintechnik und Biotechnologie leisten wichtige Beiträge bei der Heilung sowie beim Schutz vor Krankheiten. Die demografische Entwicklung, das verstärkte Auftreten bestimmter Erkrankungen, die erhöhten Anforderungen bei der Herstellung von Medizinprodukten und vor allem neue technologische Innovationen sorgen für anhaltend hohes Wachstum in diesen Branchen. Und die Präzisionstechnik in der Region Nordschwarzwald leiste dazu einen wichtigen Beitrag, so Professor Tobias Preckel von der Hochschule Pforzheim.

In einer Hybridveranstaltung tauschten sich Experten aus der Medizintechnik im Rahmen der Reihe „Industrie trifft Hochschule“ im Zentrum für Präzisionstechnik aus. Allein in Baden-Württemberg forschen, entwickeln und produzieren mehr als 1000 Unternehmen in diesen beiden Bereichen und generierten laut Landesgesellschaft Biopro Baden-Württemberg GmbH im Jahr 2019 einen Umsatz von rund 18 Milliarden Euro.

In der diagnostischen Gerätetechnik ermöglichen neuartige Nachweismethoden, Miniaturisierung und Automatisierung eine schnellere Identifizierung von Infektionskeimen und Antibiotikaresistenzen. Das ist wiederum die Spezialität von Gerd Lüdke, Director Innovation, Technology & IP der Curetis GmbH. Genbasierte Diagnostik trage dazu bei, Behandlungen immer besser auf den einzelnen Patienten abzustimmen, um unnötige Nebenwirkungen zu vermeiden. Die Experten der Firma Curetis haben sich auf die Diagnostik von Krankheiten spezialisiert, die von Bakterien und Pilzen verbreitet werden.

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Wirtschaft

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Neue Ansätze bei optischen Mess- und Erkennungssystemen machen die Entwicklung von Medikamenten effizienter und sicherer. In einen Hochsicherheitstrakt entführte Dr.-Ing. Jürgen Blattner, Inhaber des BSR Ingenieur-Büros, die Zuhörer im Vortragsraum und an den Bildschirmen. Erst moderne Reinraumtechnik ermögliche die Herstellung von Medizintechnik und Wirkstoffen unter partikel- sowie keimfreien Bedingungen. Das erhöhe die Produktqualität sowie die Sicherheit für Patienten. Spezielle Partikelzähler würden dabei zum Einsatz kommen, um winzigste Verunreinigungen aufzuspüren. Blattner nannte als Beispiel für deren Sensitivität den Bodensee, in dem 100 kleine Kügelchen treiben.

Demnach wird ein Reinraum so konstruiert, dass die Anzahl luftgetragener Teilchen, die in den Raum gelangen oder dort entstehen, so gering wie irgend möglich ist. Menschen (in Schutzkleidung) dürften nur in Reinräume mit niedriger Kategorie (bis ISO 3). Reinst-Räume für die Mikroelektronik oder die Medizintechnik seien automatisierten Anlagen vorbehalten.

Lothar Neff

Lothar Neff

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