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Diskussionsrunde zum Industriewoche-Auftakt (von links): Martin Kunzmann, DBG-Landesvorsitzender, Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, Wolfgang Grenke, Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags, Moderatorin Hadija Haruna-Oelker sowie Wolfgang Wolf vom Industrieverband LVI. Foto: Löffler
Diskussionsrunde zum Industriewoche-Auftakt (von links): Martin Kunzmann, DBG-Landesvorsitzender, Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, Wolfgang Grenke, Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags, Moderatorin Hadija Haruna-Oelker sowie Wolfgang Wolf vom Industrieverband LVI. Foto: Löffler
20.06.2017

Industriewoche (IWO) startet

Stuttgart/Pforzheim. Knapp die Hälfte der Arbeitsplätze in Baden-Württemberg ist unmittelbar oder mittelbar an die Industrie gebunden. Direkt in industriellen Unternehmen des Landes arbeiten rund 1,5 Millionen Menschen. Der Löwenanteil der Investitionen für Forschung und Entwicklung (F+E) mit 80 Prozent entfällt auf die Industrie. Und die F+E-Quote der Baden-Württemberger von 4,8 Prozent kann sich sehen lassen: „Da sind wir weltweit auf einer Topposition“, sagte gestern im Stuttgarter „Event-Areal Wizenmann“ die Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) bei der Eröffnung der Industriewoche 2017.

Überhaupt die Wirtschaft im Ländle, „sie steht gut da“, so die Ministerin. Aber sie warnte: „Wir dürfen uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Denn es gelte, die bevorstehenden Herausforderungen und Chancen zu nutzen.“

Darüber sprachen gestern Vertreter der Wirtschaft und der Verbände beim Start der Industriewoche (IWO) 2017 – ein Veranstaltungsformat, das gleichzeitig Premiere feierte. Es wurde vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau in Zusammenarbeit mit dem Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie (LVI), dem Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag (BWIHK), der Landesvereinigung baden-württembergischer Arbeitgeberverbände sowie der IG Metall Baden-Württemberg, der IG Bergbau-Chemie-Energie und dem DGB, Bezirk Baden-Württemberg, aus der Taufe gehoben.

Dem Auftakt in Stuttgart folgen bis 25. Juni „mehr als 300 Veranstaltungen“, wie die Ministerin betonte. In Pforzheim ist das „Zukunftsforum 2030“ der IHK Nordschwarzwald in diesen Reigen eingebunden. Morgen und am Donnerstag werden im CongressCentrum Pforzheim (CCP) Experten der IT-Branche über die Wirtschaft der Zukunft referieren und diskutieren. Und dass die Zukunft digital ist – das Schlagwort lautet Industrie 4.0 –, daran gab es auch bei der IWO gestern keinen Zweifel. Indes: Es fehle an Fachkräften. Martin Kunzmann, frisch gekürter Landesvorsitzender des DGB-Bezirks Baden-Württemberg und ehemaliger Pforzheimer IG-Metall-Bevollmächtigter, machte in der Diskussion deutlich: „Wir dürfen nicht nur über die Technik reden. Es geht auch um entsprechende Rahmenbedingungen um die Wirtschaft herum.“ Laut Kunzmann würde beispielsweise wertvolles Wissen vergeudet, weil vor allem weibliche Fachkräfte nicht ausreichend in den Arbeitsprozess integriert würden.

„Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ sowie Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen ist für den DGB-Landesvorsitzenden deshalb ein Mittel, um mehr Fachkräfte gewinnen zu können. Auch eine attraktive Infrastruktur bis hin zur Freizeitgestaltung sowie bezahlbarer Wohnraum gehören für Kunzmann zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort, um die begehrten Arbeitskräfte anlocken zu können, erklärte er.

Hoffmeister-Kraut sagte: „Wir investieren in die Aus- und Weiterbildung, haben Vorreiterunternehmen im Bereich Industrie 4.0 und zahlreiche innovative Unternehmen.“ Das Land werde dazu beitragen, dass „Baden-Württemberg auch in Zukunft seine Spitzenstellung hält.“