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Einer der Angeklagten (links) im Strafprozess um den Finanzdienstleister Infinus auf dem Weg in den Gerichtssaal des Landgerichts Dresden. Burgi
Einer der Angeklagten (links) im Strafprozess um den Finanzdienstleister Infinus auf dem Weg in den Gerichtssaal des Landgerichts Dresden. Burgi
17.11.2015

Infinus-Manager wegen Bandenbetrugs vor Gericht

Dresden. Mit einem Streit um Zuständigkeit und Besetzung der Wirtschaftskammer hat vor dem Dresdner Landgericht der Prozess um den Betrugsskandal beim Finanzkonzern Infinus begonnen.

Sechs Ex-Manager der größtenteils insolventen Firmengruppe müssen sich seit gestern wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs im besonders schweren Fall und Kapitalanlagebetrugs verantworten. Gegen einen von ihnen wird nur wegen Beihilfe verhandelt. Es geht um das Geld von knapp 22 000 Anlegern mit einem Anlagevolumen von rund 312 Millionen Euro. Laut Anklage haben die Finanzmanager mit ihrem weit verzweigten Firmengeflecht ein Schneeballsystem betrieben. Die Verteidigung von fünf der Beschuldigten wies den Vorwurf zurück.

Die sechs Angeklagten waren Anfang November 2013 nach monatelangen Ermittlungen festgenommen worden. Ein heute 48-Jähriger war nach umfangreicher Aussage bei der Staatsanwaltschaft bereits Anfang 2014 aus der Untersuchungshaft freigekommen.

Die Verteidigung will beweisen, dass Infinus ein tragfähiges Geschäftsmodell hatte und die Insolvenz willkürlich von der Justiz herbeigeführt worden sei.

Verteidiger rügt Besetzung

Weder die Übernahme des Falls durch die 5. Strafkammer noch die Zuteilung eines beisitzenden sowie eines Ergänzungsrichters zu der Kammer genügten den gesetzlichen Anforderungen, führte Verteidiger Ulf Israel nach Verlesung der Anklage aus. Er vertritt den Hauptbeschuldigten, den Gründer des Infinus-Mutterkonzerns Future Business (Fubus), einen 54 Jahre alten Dresdner. Auch die Zuweisung des beisitzenden Richters Alex Theile sei „willkürlich und manipulativ“ erfolgt, so Israel weiter. Desweiteren hätte der Ersatzrichter, der frühere AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Dreher, der Kammer nicht zugeteilt werden dürfen. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete die Vorwürfe als unbegründet. Nach mehreren Verhandlungsunterbrechungen wies der Vorsitzende Schlüter-Staats den Antrag am Abend schließlich ab.