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Bereitet sich mit Optimismus auf die am Freitag beginnende Inhorgenta vor: Guido Grohmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Schmuck+Uhren mit Sitz in Pforzheim. Foto: Ketterl
Bereitet sich mit Optimismus auf die am Freitag beginnende Inhorgenta vor: Guido Grohmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Schmuck+Uhren mit Sitz in Pforzheim. Foto: Ketterl
13.02.2018

Inhorgenta: Schmuck- und Uhrenmesse wieder auf Erfolgskurs

Pforzheim/München. Es wird „knackig-farbig“ auf der Schmuck- und Uhrenmesse Inhorgenta. Das kündigt Guido Grohmann im PZ-Gespräch an. Er ist Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Schmuck+Uhren. Der Trend eigne sich hervorragend in Kombination mit farbigen Edelsteinvarianten. Die Uhren würden wieder kleiner. Im Blickfeld stünden Klassiker. Weiter wachsend sei der Markt für Smartwatches. Grohmann: „Inzwischen kann man als Hersteller die Elektronikmodule auf Basis von iOS oder Android kaufen, ähnlich wie seinerzeit die Quarzwerke.“

Insgesamt ist die Stimmung bei den rund 90 Ausstellern aus dem Großraum Pforzheim im Vorfeld der Schmuck- und Uhrenmesse Inhorgenta Munich (16. bis 19. Februar) gut. „Die Messe lief schon in den vergangenen Jahren hervorragend. Insofern reisen wir mit einer entsprechend hohen Erwartungshaltung nach München“, sagt Grohmann. Indes sei eine solche Veranstaltung – trotz zuvor erfolgter Analysen und Umfragen – immer eine Art Wundertüte. Soll heißen: Erst der letzte Messetag wird zeigen, wo es lang geht. Nicht einmal er liefert exakte Aussagen, wie einige Unternehmenssprecher gegenüber der PZ erklären: Für Aussteller zeige sich der Erfolg dann, wenn das Nachmessegeschäft laufe. Diese Regel gelte nicht nur für die Inhorgenta.

Dennoch ist schon jetzt festzustellen: Die Zeichen in München stehen nicht schlecht. Das war nicht immer so. Die Messe München musste für ihre Schmuck- und Uhren-Veranstaltung vor mehreren Jahren einen schmerzhaften Knick verkraften. Große Magnet-Aussteller sagten ihre Teilnahme ab, einige kleine Unternehmen folgten diesem Beispiel. In der Folge blieben auch Besucher weg. Das ist Vergangenheit: „Die Inhorgenta hat ihre Hausaufgaben gemacht und steht heute wieder gut da“, konstatiert der Verbandshauptgeschäftsführer und verbindet die Kehrtwende mit Projektleiterin Stefanie Mändlein. Unter ihr habe die Inhorgenta unter anderem ihr Flair und ihren Ruf deutlich verbessert. Grohmann: „Es gibt Hallen, die haben wieder Wartelisten für Ausstellungsfläche.“ Insgesamt stellen ab Freitag mehr als 1000 Firmen aus.

Vor nicht allzu langer Zeit standen die Münchner noch im Schatten der großen Baselworld, über deren horrende Standmieten sich die Pforzheimer Schmuckunternehmen ebenso beklagten, wie über den überheblichen Umgangston der erfolgsverwöhnten Schweizer. Mit dem Einbruch der eidgenössischen Uhrenindustrie senkte sich auch der Stern über der Messestadt in Basel. Inzwischen gibt es Spekulationen, wie lange sich die Baselworld wohl noch halten könne. 2017 stellten 29 Pforzheimer aus. In diesem Jahr werden es nur noch 16 sein.

Uwe Staib, Präsident des Bundesverbandes Schmuck+Uhren sieht die Situation pragmatisch: „Die Basler müssen sich neu orientieren und ordentlich ihre Hausaufgaben machen, so wie die Münchner. Das wird nicht leicht, aber es funktioniert, wie man an der Inhorgenta gesehen hat.“ Eine erste Reaktion auf die geänderte Situation: Erstmals wird die Baselworld (22. bis 27. März) in diesem Jahr um zwei Tage verkürzt. Baselworld-Chefin Sylvie Ritter versichert: „Die Verkürzung ist nicht der Anfang vom Ende.“

Doch zunächst geht der Blick der Branche nach München. Grohmann sieht die Entwicklung parallel zur gesamtdeutschen Konjunktur: „Die großen Impulse kommen vom Export“, sagt er. Nach wie vor wichtig seien die Märkte in Asien, insbesondere China, sowie die USA. Mit Spannung blicken die Aussteller auf das Orderverhalten der deutschen Juweliere.

Für den städtischen Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) gilt die Inhorgenta als „wichtigste deutsche Fachmesse für Schmuck und Uhren“. Der WSP verteilt an seinem Messe-Stand einen sogenannten Goldstadt-Messeplan. Darin enthalten seien alle Aussteller aus Pforzheim und dem Umland. Der Plan verdeutliche auch „die beeindruckende Bandbreite und Kompetenz der Goldstadt in den Bereichen Schmuck, Uhren, Design und Technik“, heißt es dazu.