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Die Pforzheimer Trauring-Hersteller vermarkten jetzt das "Made in Germany" gemeinsam.  © Ketterl
16.02.2014

Inhorgenta: Sehr geteilte Stimmung - Trauring-Hersteller vermarkten gemeinsam

Pech für Roland Rauschmayer. Der Pforzheimer Trauringhersteller hatte zum Autogramm- und Foto-Termin mit der neuen Miss Germany an seinen Stand auf der Schmuck- und Uhrenmesse Inhorgenta nach München geladen. Aber die frisch gekürte Vivien Konca „liegt mit 40 Fieber im Bett ihres Hotels", bedauerte Rauschmayer im PZ-Gespräch.

Bildergalerie: Positive Vorzeichen für die Inhorgenta in München - 2

2 -Positive Vorzeichen für die Inhorgenta in München2 -Positive Vorzeichen für die Inhorgenta in München2 -Positive Vorzeichen für die Inhorgenta in München

Der Szene-Experte für Sterne und Sternchen des Showgeschäfts sorgte kurzerhand für Ersatz - wenngleich nicht ganz so attraktiv wie eine „Miss": Volksmusik-Barde und Showmaster Patrick Lindner, gebürtiger Münchner, kam zum dreistündigen Promi- und Promotion-Termin bei Rauschmayer.

Bildergalerie: Positive Vorzeichen für die Inhorgenta in München - 1

Positve Vorzeichen für die Inhorgenta in München - 1. Fotos: KetterlPositve Vorzeichen für die Inhorgenta in München - 1. Fotos: KetterlPositve Vorzeichen für die Inhorgenta in München - 1. Fotos: Ketterl

Derweil gab's am Gemeinschaftsstand der Goldstadt auf der Inhorgenta eine erfreuliche Wendung. Noch am Freitag gab Oberbürgermeister Gert Hager bei der Messegesellschaft eine heftige Protestnote ab, weil die neue Stand-Platzierung für die sechs Aussteller aus Pforzheim offenbar zu unattraktiv und vor allem frequenzarm erschien. Wie berichtet bietet der städtische Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) den Unternehmen aus der Region die Möglichkeit einer gemeinsamen Messe-Präsentation. Im nächsten Jahr, so der OB, wolle man eine bessere Platzierung - oder die WSP-Teilnahme an der Inhorgenta stehe zur Disposition.

Bildergalerie: Inhorgenta: Größte deutsche Messe für Schmuck und Uhren eröffnet

Inzwischen allerdings ist zumindest der größte Teil der Gemeinschaftsaussteller von eben dieser neuen Lage in der Technikhalle begeistert: „Was im vergangenen Jahr über vier Tage hinweg los war, das hatten wir dieses Mal bereits an den ersten beiden Messetagen", sagte Werner Loss (Feinguss Prototyping) und sprach damit auch für die anderen technikorientierten Aussteller. Gemeinsam mit Design Engineering, Juwelenmeister Wilhelm Kling und der Emmer GmbH bilden diese Firmen einen Teil der Wertschöpfungskette eines Schmuckstücks aus Pforzheimer Herstellung ab.

Loss: „Für nächste Jahr wollen wir noch weitere Kollegen als Aussteller dazugewinnen, damit wir einen kompletten Strang der Schmuckherstellung präsentieren können." Und die ursprünglich kritisch beäugte Lage des Gemeinschaftsstandes? „Ich bin damit zufrieden", sagte Loss.

Gemeinsames präsentieren künftig auch neun Trauringhersteller, die das Qualitätsmerkmal für deutsche Herstellung noch deutlicher herausstellen möchten. Sie gründeten die Vermarktungsgesellschaft „100 Prozent Made in Germany". Sitz der GmbH: in der Zentrale des Bundesverbandes Schmuck und Uhren (BVSU) an der Pforzheimer Poststraße. Die Gesellschafter: Fischer Trauringe, August Gerstner, Kühnel Trauringe & Schmuck, Rauschmayer, Ringmanufaktur Johann Kaiser, Max Kemper, Linder Schmuck, Steidinger Ringe und Wörner.

Unterdessen war die Stimmung auf der Inhorgenta sehr geteilt. Während die einen von guten Geschäften berichteten, erklärten andere ihre Überlegung, im nächsten Jahr der Messe den Rücken zu kehren. Einige Aussteller seien bereits in diesem Jahr weggeblieben. Unter anderem ist die Scheideanstalt C. Hafner nicht mit dabei. Mehrere Firmensprecher stellten einen geringeren Besucherzulauf fest.

Gut frequentiert waren indes vor allem jene Stände, zu denen im Vorfeld der Messe gezielt die Kunden eingeladen wurden. Ein Trend auf der Inhorgenta ist deutlich auszumachen: die Online-Geschäfte werden zunehmend ausgebaut.

Über den Verlauf und den Abschluss der größten deutschen Branchen-Messe für Schmuck und Uhren wird die PZ in ihrer Dienstag-Ausgabe berichten.