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Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf den Münchner Medientagen.  Hoppe
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf den Münchner Medientagen. Hoppe
26.10.2016

Internet-Plattformen sollen transparenter werden

München. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die geheimen Regeln der großen Internetplattformen offenzulegen.

Bei den Medientagen München forderte sie am Dienstag, „dass Algorithmen transparent sein müssen, dass (...) man sich als interessierter Bürger informieren kann: Was passiert da eigentlich mit meinem Medienverhalten und dem anderer?“

Merkel warnte davor, dass Menschen in den sozialen Medien nur noch das lesen, was ihre eigenen Auffassungen bestätige oder ihnen von Gleichgesinnten empfohlen werde. Die großen Plattformen wie Google und Facebook entwickelten sich mit ihren Algorithmen immer mehr „zum Nadelöhr für die Vielfalt der Anbieter“, sagte Merkel. Die Verleger von Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland wollen deshalb stärker zusammenarbeiten, um im Wettbewerb mit Google, Facebook & Co. effektiver zu werden. „Statt auf Konfrontation sollten wir auf Kooperation setzen im Vertrieb, in der Vermarktung, in Marktforschung und Marketing, in der Technologie“, sagte der Burda-Manager Philipp Welte. Zum Auftakt der Medientage München erhielt er dafür viel Zustimmung von anderen Verlagsmanagern. Kein Verlag schaffe es alleine, mit der rasanten Entwicklung Schritt zu halten. „Unsere Branche ist kerngesund“, betonte Welte. „Auch nach zwei Jahrzehnten Digitalisierung kaufen die Menschen unverändert Zeitschriften.“ Pro Jahr seien es in Deutschland 2,5 Milliarden Zeitschriftenexemplare; die Deutschen gäben dafür jeden Monat 260 Millionen Euro aus.