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Vertreter Italiens beklagt auf Baselworld die Probleme der Branche © Ketterl
08.03.2012

Italien beklagt auf Baselworld Probleme der Branche

Am Donnerstag hat die weltgrößte Schmuck- und Uhrenmesse Baselworld für insgesamt acht Ausstellungstage ihre Tore in Basel geöffnet. Knapp die Hälfte der über 130 deutschen Ausstellerfirmen kommt aus der Region Pforzheim und Enzkreis.

Bildergalerie: Schmuckmesse Baselworld eröffnet - Teil 4

Bereits im Vorfeld war die Stimmung gut und die Erwartungen für entsprechende Geschäftsabschlüsse sind optimistisch. Das bestätigt auch ein Umfrageergebnis des Bundesverbandes Schmuck und Uhren (Pforzheim).

Bildergalerie: Schmuckmesse Baselworld eröffnet - Teil 3

Dagegen war wohl die jüngste Schmuckmesse in Pforzheims italienischer Partnerstadt Vicenza nicht sehr erfolgreich, insbesondere nicht für die italienischen Firmen. Das teilten auf der Baselworld einige Aussteller aus der Region um Pforzheim auf PZ-Anfrage mit. Aber nicht nur die Messe VicenzaOro im Januar hatte offenbar einen wirtschaftlichen Durchhänger. Gaetano Cavalierie, italienischer Ländervertreter im Baselworld-Ausstellerkomittee, stellte bei der Eröffnungskonferenz am Mittwoch die rhetorische Frage für sein Land: „Wo können wir echtes Wachstum finden?“ Zwar habe Italien seine Exporte 2011 gesteigert, allerdings nur wertmäßig. Grund: Preiserhöhungen drückten das Euro-Volumen nach oben.

Bildergalerie: Schmuckmesse Baselworld eröffnet - Teil 2

Tatsächlich aber, in Stückzahlen ausgedrückt, habe die italienische Schmuck- und Uhrenbranche einen Rückgang zu verzeichnen. So waren Ausfuhren in die USA und den Nahen Osten rückläufig. „Dieses Szenario gibt uns zur Sorge Anlass“, sagte Cavalierie.

Bildergalerie: Schmuckmesse Baselworld eröffnet - Teil 1

Wie könnte die Lösung für die Italiener aussehen? Der Ländervertreter zitierte den Präsidenten der VicenzaOro, der unlängst meinte, die Chancen lägen im Wert der Handwerkskunst. Konkret: Wo Arbeitskosten und damit Produktpreise hoch seien, müsse eine Kundenzielgruppe gefunden werden, die für Qualität und Substanz auch bezahlen will. Auch die Schwellenländer sollten dazu ins Visier genommen werden. Cavalierie: „Die Konsumenten brauchen nicht einfach ein Produkt, sie müssen zum Kauf des Produkts verführt werden.“ Und dazu müsse sich die italienische Branche „durch eine eigene DNA auszeichnen“. Was meint er damit? „Italien ist ein Vorbild für Design und Qualität.“

Bei der deutschen Schmuck- und Uhrenindustrie hat dieses Prinzip offenbar gefruchtet. Zumindest bescherte das Vorjahr der Branche satte Zuwachszahlen, wie Karina Ratzlaff als Vizepräsidentin des Bundesverbandes Schmuck und Uhren mitteilte (die PZ hat gestern berichtet).