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Gute Chancen auf ein Weiterbestehen  hat der Schwarzwälder Uhrenhersteller Junghans trotz seiner Finanzprobleme.
Gute Chancen auf ein Weiterbestehen hat der Schwarzwälder Uhrenhersteller Junghans trotz seiner Finanzprobleme.
02.09.2008

Junghans sucht Investor – Geschäfte laufen weiter

SCHRAMBERG. Der insolvente traditionsreiche Schwarzwälder Uhrenhersteller Junghans sucht einen Investor. Ziel sei es, bis zum Jahresende einen Interessenten zu finden, sagte ein IG Metall-Sprecher am Dienstag. Er fügte hinzu: „Das Unternehmen soll erhalten und fit für die Zukunft gemacht werden.“

Sollte sich kein Uhrenhersteller finden, werde auch der Einstieg eines Finanzinvestors nicht ausgeschlossen. Die Junghans Uhren GmbH mit Sitz in Schramberg (Kreis Rottweil) hatte wegen finanzieller Probleme seiner Muttergesellschaft EganaGoldpfeil vor wenigen Tagen Insolvenz angemeldet.

Die rund 110 Mitarbeiter des Uhrenherstellers hätten derweil mit großer Kritik darauf reagiert, dass sie von der Geschäftsführung erst nach dem Gang zum Insolvenzverwalter über die finanzielle Schieflage informiert wurden. Trotz aller Verunsicherung würden die Geschäfte des 1861 gegründeten Unternehmens aber weiterlaufen, erklärte der Gewerkschaftssprecher.

Der Konsum- und Luxusgüterkonzern EganaGoldpfeil hat seinen Hauptsitz in Hongkong und die Europazentrale in Offenbach. Das Unternehmen hatte im August für den europäischen Teil seines Geschäfts ebenfalls Insolvenz angemeldet. Die drohende Zahlungsunfähigkeit ist den Angaben zufolge auf Probleme mit chinesischen Zoll- und Steuerangelegenheiten zurückzuführen. Zu den Marken des börsennotierten Unternehmens mit weltweit 7000 und in Deutschland 2000 Mitarbeitern gehört unter anderem auch der Schuhhersteller Salamander mit Sitz in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg).