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Schnell und einfach: Ein Kunde scannt beim Einkauf in einem Supermarkt von Rewe die Ware mit seinem Handy, um das Anstehen an der Kasse zu vermeiden. Foto: Kaiser
Schnell und einfach: Ein Kunde scannt beim Einkauf in einem Supermarkt von Rewe die Ware mit seinem Handy, um das Anstehen an der Kasse zu vermeiden. Foto: Kaiser
03.05.2019

Kampf gegen Warteschlangen an Kassen: Neue Technik gegen Ärgernis

Köln. Nichts ärgert die deutschen Verbraucher beim Einkaufen so sehr wie lange Schlangen an der Ladenkasse. Das zeigen Studien immer wieder. Kein Wunder, dass inzwischen immer mehr Händler nach Wegen suchen, das verhasste Anstehen zu vermeiden. Egal ob bei Rewe, Saturn oder Globus: Der Kampf gegen das Schlangestehen hat begonnen.

Beispiel Rewe: In einem großen Einkaufscenter in Köln-Rodenkirchen bietet der Handelsriese den Kunden neuerdings die Möglichkeit, die Einkäufe direkt zu scannen, wenn sie diese in den Einkaufswagen legen. Entweder mit einem vom Laden zur Verfügung gestellten Scanner oder auch – nach dem Herunterladen der notwendigen App – mit dem eigenen Smartphone.

Beim Selbsttest funktioniert das Ganze schon im ersten Anlauf erstaunlich gut. Die Milchpackung oder der Sprudel werden kurz vor das in eine Halterung am Einkaufswagen eingeklemmte Handy gehalten, der Strichcode gescannt und schon erscheint der Artikel in einer übersichtlichen Liste auf dem Handy-Display – einschließlich des Gesamtpreises der bisher eingescannten Ware.

Am Ende des Einkaufs wird die Liste mit den eingekauften Produkten in Sekundenschnelle an die Selbstbedienungskasse übertragen, und automatisch die Rechnung erstellt. Das langwierige Aus- und Einpacken an der Kasse entfällt. Einzige Voraussetzung, um das Angebot nutzen zu können: eine Payback-Karte.

„Wir wollen die Warteschlangen an der Kasse reduzieren“, erklärt Rewe-Projektleiterin Julia Volks die Beweggründe des Händlers. Der Druck auf Rewe und die anderen Händler ist groß. Denn nach dem „Adyen Retail Report 2018“, einer repräsentativen Umfrage unter 1000 Konsumenten, empfinden 58 Prozent der Kunden Warteschlangen als größtes Ärgernis beim Shoppen. Fast zwei Drittel der Befragten gaben sogar an, sie hätten wegen einer Warteschlange schon einmal ein Geschäft, ohne einzukaufen, verlassen – die Höchststrafe für Händler.

Allein ist Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler mit seinem Vorstoß deshalb nicht. Ob Edeka, Saturn oder Globus – immer mehr Händler suchen im Zeitalter des mühelosen Online-Shoppings nach einer Zauberformel gegen die ärgerlichen Kassenschlangen.

Die Elektronikkette Saturn etwa bietet seit Ende vergangenen Jahres den Kunden in ihrer größten Filiale in der Hamburger Innenstadt die Möglichkeit, die mehr als 100 000 Produkte direkt am Regal zu kaufen und per Kreditkarte oder etwa Paypal zu bezahlen. Zwar muss der Kunde dann doch noch an einen Schalter, um die mit dem Smartphone gescannte Ware freischalten zu lassen, damit er die Filiale unbehelligt verlassen kann. Dennoch ist das Angebot laut Saturn beliebt. „Es läuft sehr gut“, fasste eine Saturn-Sprecherin die ersten Erfahrungen zusammen. Deshalb habe das Unternehmen den ursprünglich auf drei Monate begrenzten Versuch inzwischen noch einmal um drei Monate verlängert. Rewe will sich sogar ein Jahr Zeit für sein Pilotprojekt nehmen.

Der Konkurrent Globus ist über das Versuchsstadium längst hinaus. In 30 der 47 großen Einkaufsmärkte der Marke in Deutschland können die Kunden ein Produkt inzwischen selbst mit einem Scanner erfassen, bevor sie die Ware in den Einkaufswagen legen und am Ende an einer Bezahlstation den automatisch errechneten Betrag entrichten. Das System werde sehr gut angenommen und solle weiter ausgerollt werden, sagte eine Firmensprecherin in St. Wendel. Klar ist: Der Trend zum Selber-Einscannen gewinnt in Deutschland allmählich an Fahrt. Das Scannen direkt beim Einkauf ist zwar noch die Ausnahme, doch finden Selbstbedienungskassen, an denen der Kunde die Waren nach dem Einkauf selbst erfasst, inzwischen immer mehr Verbreitung. „Ende dieses Jahres wird es wahrscheinlich schon 800 bis 1000 Läden in Deutschland geben, die das anbieten“, schätzt Frank Horst vom Kölner Handelsforschungsinstitut EHI. „Das bedeutet fast eine Verdoppelung innerhalb von zwei Jahren.“ Die Selbstbedienungskassen seien vor allem bei Kunden mit kleineren Einkäufen beliebt, weiß Rewe-Expertin Volks. Das Self-Scanning während des Einkaufens werde dagegen mehr bei großen Einkäufen genutzt.

Im internationalen Vergleich ist Deutschland beim Thema Self-Scanning allerdings ein Nachzügler. Und das liegt wohl auch an den Verbrauchern selbst. Viele Konsumenten fremdeln noch im Umgang mit den Geräten und stellen sich am Ende doch oft lieber in die verhasste Warteschlange.

Der Kunde scannt selbst - diese Erfahrungen haben Händler in der Region gemacht

Gute Erfahrungen haben Kunden im Pforzheimer Bauhaus mit dem Scannen und Bezahlen der Ware gemacht. Ein Mitarbeiter in der Nähe gibt Hilfestellungen und unterstützt bei Fragen. Das reduziere tendenziell die entstehenden Warteschlangen in Stoßzeiten. „Bei Edeka ist neben der Bar- oder klassischen Kartenzahlung, auch das kontaktlose Bezahlen etwa mit Hilfe von Kreditkarten, Apple oder Google Pay möglich, teilt Pressesprecher Christhard Deutscher von Edeka Südwest mit. „Auch das Bezahlen mit der EdekaApp bieten wir mittlerweile in vielen Märkte im Südwesten an.“ Eine weitere Alternative in einigen größeren Märkten sei das Bezahlen an Self-Checkout-Kassen. Die Kunden scannen dabei an festen installierten Terminals am Ausgang des Marktes ihre Waren selbst und wickeln den Bezahlvorgang auch eigenständig an dieser Selbstbedienungskasse ab.

Faelchle
11.05.2019
Kampf gegen Warteschlangen an Kassen: Neue Technik gegen Ärgernis

Früher wurde einfach noch eine zusätzliche Kasse aufgestellt, das verursachte allerdings Zusatzkosten durch das Personal. Heute bietet die Technik die Möglichkeit, Warteschlangen zu verhindern und gleichzeitig Personal einzusparen. Das Rad lässt sich natürlich nicht mehr zurückdrehen. mehr...

helmut
11.05.2019
Kampf gegen Warteschlangen an Kassen: Neue Technik gegen Ärgernis

Bei Aldi und Lidl werden die Kassen, je nach Andrang, laufend geschlossen und wieder geöffnet. Dazwischen wird das Personal anderweitig beschäftigt. Bei DM und Müller in der Stadt bilden sich ständig Schlangen. Die Wartezeiten sind erträglich. Gestern war ich bei Müller in der Sedanstraße. 2 Damen an der Kasse. Ein Herr kam von der ersten Etage und monierte dass er einen Artikel nicht fand. Die beiden Damen waren das einzige Personal im Haus. Der Mann musste warten bis eine die Kasse verlassen ...... mehr...

Faelchle
11.05.2019
Kampf gegen Warteschlangen an Kassen: Neue Technik gegen Ärgernis

Da das Warenwirtschaftssystem durch den EAN Code gesteuert wird, ist durch einfaches Scannen des Artikels der Vorgang buchungsstechnisch abgeschlossen. Wo früer das Betriebsergebnis noch vor der genaue Eingabe des Artikels abhängig war, die Funktion derKassiererin/er hatte da noch einen hohen Stellenwert, es mussten alle Gruppen und Artikkellnummern manuell eingeben werden, ist das mit der Digitalisierung vollkommen überflüssig.. Folglich wird der Kassiervorgang nach und nach auf den Käufer ...... mehr...

nilidemar
11.05.2019
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überall wird gekämpft.:cool: mehr...