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Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Messe Karlsruhe.  Heidi Offterdinger / Karlsruher Messe und Kongress GmbH / dpa
Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Messe Karlsruhe. Heidi Offterdinger / Karlsruher Messe und Kongress GmbH / dpa
30.12.2015

Karlsruhe rüstet auf

Karlsruhe. Mit Investitionen in Millionenhöhe will Karlsruhe seine Position als Messe- und Kongressstadt stärken. Größter Posten sei die Modernisierung der Stadthalle, sagte die Geschäftsführerin der Karlsruher Messe- und Kongress GmbH, Britta Wirtz in einem Pressegespräch.

Bis zum Herbst 2019 seien dafür bis zu 53 Millionen Euro vorgesehen. Erstmals in der Unternehmensgeschichte erlöste die KMK 2015 mehr als 30 Millionen Euro. Als sie die Geschäfte 2009 übernommen habe, seien es rund 16 Millionen Euro gewesen, sagte Wirtz. Zum Vergleich: In der fast 1,8 Millionen Einwohner zählenden Stadt Hamburg rechnet die Messe- und Kongress GmbH in diesem Jahr mit knapp 95 Millionen Euro Umsatz.

Im Messegeschäft seien 2015 noch einmal etwa 500 Aussteller hinzugekommen, insgesamt seien es 8300 gewesen. Mit einer Umschlaghäufigkeit von annähernd 13 stehe Karlsruhe im bundesweiten Vergleich sehr gut da. Diese Zahl sagt aus, wie oft das Messegelände in einem Jahr komplett genutzt wurde.

Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) unterstrich die Bedeutung von Messen und Kongressen für die Stadt. „Karlsruhe kann nur dann weiter erfolgreich sein, wenn wir auch als regionaler Standort national und international wahrgenommen werden, da gehören Messen und Kongresse unmittelbar dazu.“ Noch bis zum Frühjahr 2016 soll die Renovierung der Fassade des Konzerthauses laufen, das gerade seinen 100. Geburtstag gefeiert hat. Das Haus war ein Geschenk zum 200. Geburtstag Karlsruhes im Jahr 1915. Neben baulichen Maßnahmen seien Investitionen in die Veranstaltungen besonders wichtig, sagte Wirtz. So sei die Fachmesse für Rehabilitation, Therapie und Prävention (Rehab) von einem externen Veranstalter in das eigene Angebot übernommen worden. „Diesen Investitionskurs werden wir weiterführen.“

Karlsruhe ist einer der letzten Messeplätze, an denen es trotz Internethandels und riesiger Einkaufszentren mit der „offerta“ noch eine jährliche Verbrauchermesse gibt. In Hamburg etwa wurde die Messe „Du und Deine Welt“ nach 60 Jahren wegen Besucher- und Ausstellerschwunds eingestellt. „Wir sind den Weg gegangen, die „offerta“ als vier Special-Interest-Messen unter einem Dach zu fahren“, sagte Wirtz. Jede der vier Hallen habe ihr eigenes Thema. Nach Überzeugung der Messechefin kann die „offerta“ mit regelmäßigen Veränderungen noch lange funktionieren.

Ob die vier Messehallen, direkt vor den Toren Karlsruhes in Rheinstetten, irgendwann einmal erweitert werden, steht nach Angaben der Geschäftsführerin in den Sternen.