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21.12.2016

Karstadt nimmt Plagiat eines Wellendorff-Rings aus dem Sortiment

Pforzheim. Die Pforzheimer Schmuckmanufaktur Wellendorff hat den Vertrieb von Nachahmungen von Ringen und Ohrringen der Wellendorff-Kollektion „Wahres Glück“ durch Karstadt erfolgreich gestoppt.

„Karstadt und deren Lieferantin Horst Kleckow GmbH haben im Rahmen einer Vergleichsregelung jeweils eine Unterlassungserklärung hinsichtlich der beanstandeten Ringe und Ohrringe abgegeben“, heißt es in einer Pressemitteilung. Damit sei erneut ein Schutz der Originalprodukte der Firma Wellendorff bestätigt worden. „Wir schützen damit auch unsere Kunden, denen ,Wahre Werte‘ wichtig sind,“ sagt Geschäftsführer Christoph Wellendorff“, der mit seinem Bruder Georg Wellendorff in vierter Generation die Geschicke des 1893 gegründeten Unternehmens leitet. Das Brillant-W als markantes Logo ist auf allen Preziosen eingearbeitet. Das Motto des Hauses steht für „Wahre Werte“.

Das beanstandete Plagiat kommt ebenfalls aus der Goldstadt – von der 1952 in Pforzheim als Schmuckgroßhandel gegründeten Firma Kleckow. Der Original-Ring von Wellendorff kostet 10 500 Euro, bei Karstadt konnte man ein zum Verwechseln ähnliches Produkt schon für 49,95 Euro erwerben. Es ist aus Silber mit Zirkonia-Steinchen statt funkelnden Diamanten – spielt ohnehin in einer ganz anderen Liga als die Luxus-Manufaktur. Der glamouröse drehbare Ring Edel-Onyx in 18 Karat Weißgold verbindet das Funkeln von Diamanten in höchster Qualität mit einem seitlich gravierten Wellenmuster. Bei Wellendorff hätte man wohl nie von dem kursierenden Plagiat erfahren, wenn nicht ein aufmerksamer Kunde in einem Karstadt-Prospekt auf den Ring aufmerksam geworden wäre. Wellendorff berief sich auf das eingetragene Geschmacksmuster. Karstadt unterschrieb prompt eine Unterlassungserklärung. Der Verkauf wurde gestoppt und die Prospekte müssen eingestampft werden.

Immer mal wieder sieht sich die Pforzheimer Schmuckmanufaktur Wellendorff derartigen Markenstreitigkeiten ausgesetzt – und weiß deshalb ihre „Wahren Werte“ auch juristisch erfolgreich zu verteidigen. Etwa die einzigartige goldene Seidenkordel (Verkaufspreise reichen bis in den sechsstelligen Euro-Bereich) oder die farbigen Emaille-Ringe mit dem Wellendorff-W. Die Firma Wellendorff wurde 2016 als Deutschlands beste Schmuckmanufaktur in einer Reihe der gefragtesten deutschen Luxusmarken ausgezeichnet.

„Vertrauen ist die Basis unseres geschäftlichen Erfolgs“ heißt es auf der Homepage des Schmuckgroßhändlers Kleckow. Er vertreibt vielfältige Schmuckkollektionen mit über 1000 Artikeln in unterschiedlichen Legierungen und Preisklassen. Handelt es sich bei dem beanstandeten Ring tatsächlich um eine Kopie? „Zu ihrer Anfrage teile ich Ihnen mit, dass wir uns mit der Firma Wellendorff geeinigt haben und den Vorgang deshalb öffentlich nicht weiter kommentieren werden“, heißt es dazu in einer Stellungnahme.

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