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Jerry Storch  dpa-Archiv
Jerry Storch dpa-Archiv
11.03.2016

Kaufhof plant Edel-Outlets: Schnäppchenoffensive in den Innenstädten soll Geld in die Kassen spülen

Die Schnäppchenlust der Deutschen soll zum Wachstumsmotor für Kaufhof werden. In den kommenden Jahren will das Traditionsunternehmen bis zu 40 Edel-Outlets der in den USA sehr erfolgreichen Marke Saks Off Fifth in deutschen Innenstädten eröffnen. Kaufhof erhofft sich gute Geschäfte. Experten sehen Potenzial. Der Markt ist jedoch hart umkämpft.

„Die Leute lieben Schnäppchen“, zeigt sich der Chef des neuen Kaufhofeigentümers Hudson’s Bay Company (HBC), Jerry Storch, überzeugt. „Wir glauben, dass das Geschäft mit Outlets in Deutschland noch ganz am Anfang steht“.

Outlets und das Internet sind nach Einschätzung der kanadischen Kaufhof-Besitzer die beiden wichtigsten Wachstumstrends im Handel. Insgesamt will HBC in den nächsten fünf bis sieben Jahren rund eine Milliarde Euro in die deutsche Tochter investieren. Das Geld soll auch in die Modernisierung der in die Jahre gekommenen Warenhäuser und in den Online-Handel fließen. Doch die großen Wachstumshoffnungen setzt Storch auf Saks Off Fifth. Mit den Edeloutfits zum Billigpreis ließen sich gute Geschäfte machen, zeigt sich der Manager überzeugt.

Kaufhof ist allerdings nicht das erste Unternehmen, das auf diese Idee kommt. Der in Europa unter dem Namen TK Maxx firmierende US-Konzern TJX betreibt weltweit nach eigenen Angaben bereits mehr als 3300 Filialen in diesem Bereich. Allein 400 davon gibt es in Europa. Damit ist die Kette nach eigener Einschätzung „Europas führendes Off-Price-Unternehmen für Mode- und Wohn-Accessoires“.

Und auch sonst ist der Markt für Designer-Schnäppchen bereits heiß umkämpft. Immer wieder bringt H&M zusammen mit bekannten Designern wie Karl Lagerfeld oder Versace Sonderkollektionen auf den Markt. Sogar der Discounter Aldi Süd will in das Geschäft mit noblen Klamotten für kleine Preise einsteigen. Für April ist eine Kollektion der Designerin Jette Joop angekündigt.

Von den Konkurrenten sollen sich die Kaufhof-Outlets allerdings durch ihre Ausrichtung abheben. „Viele Konkurrenten bedienen eher den Massenmarkt. Wir werden den High-End-Outlet-Markt bedienen“, erklärt Storch.

Handelsexperte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU warnt aber vor einem allzu edlen Ambiente in den Billigshops: „Das darf nicht zu schick aussehen“, so der Wirtschaftsprofessor. Grundsätzlich sei ein solches Angebot in den Innenstädten jedoch für viele Verbraucher attraktiv. Denn vor allem die Jagd nach möglichst nur in geringen Stückzahlen verfügbaren Produkten bekannter Marken gelte unter Experten seit jeher als nahezu sicheres Erfolgsrezept. „Das ist der älteste Marketingtrick der Welt“, sagte Fassnacht.