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14.05.2009

Kettenfabrik Schofer meldet Insolvenz an

Und wieder verliert die Goldstadt Pforzheim etwas von ihrem alten Glanz: Die Schmuckketten-Fabrik Schofer, 1904 in Pforzheim gegründet, hat Insolvenz angemeldet. Massive Auftragsrückgänge und Stornierungen haben die Geschäftsleitung zu diesem Schritt bewogen.

2006 verbuchte das Unternehmen laut Schofer-Pressemitteilung „noch das beste Geschäftsjahr, den höchsten Umsatz und Ertrag“ in der über 100-jährigen Firmengeschichte. In diesem Jahr hatte die Eugen Schofer GmbH und Co. KG die traditionsreiche Gold- und Juwelenmanufaktur Wilh. Herbstrith GmbH übernommen. Damals waren noch 140 Mitarbeiter beim Kettenspezialisten beschäftigt. Nachdem bei Schofer bereits Kurzarbeit angesagt war, bangen jetzt 88 Mitarbeiter um ihre berufliche Zukunft.

In der Schofer-Geschäftsleitung hofft man, einen Investor zu finden. Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob ein Rettungsversuch gelingen kann. Insolvenverwalter ist Rechtsanwalt Bilgery von der Stuttgarter Kanzlei.

Schofer hatte schon immer einen hohen Exportanteil. Zuletzt lag er bei 85 Prozent. „Der nachhaltige Umsatzeinbruch in 2009 von über 50 Prozent speziell im Überseegeschäft führt zur Insolvenz“, heißt es in der Pressemitteilung der Pforzheimer Kettenfabrik. Nach der Basler Messe 2009 sei es dann „zu weiteren extremen, massiven Auftragsrückgängen und Stornierungen insbesondere aus den Märkten Amerikas, Asiens und des Mittleren Ostens“ gekommen.

Die Folge laut Schofer-Pressemitteilung: „Diese Rückschläge sowie die über Plan angefallenen Verluste in den ersten Monaten des jahres 2009 und gerade der sehr niedrige Auftragseingang mit weiteren eindeutig negativen Prognosen wichtiger Kunden veranlasst die Geschäftsleitung, heute die Reißleine zu ziehen und Insolvenz wegen drohender Überschuldung anzumelden.“