nach oben
Rüdiger Völkle verbindet bei der Möbelauswahl Komfort und Design.   Foto: Faulhaber
Rüdiger Völkle verbindet bei der Möbelauswahl Komfort und Design. Foto: Faulhaber
Ein Familienunternehmen (von links): Beate, Benedikt, Benjamin und Rüdiger Völkle. Foto: Faulhaber
Ein Familienunternehmen (von links): Beate, Benedikt, Benjamin und Rüdiger Völkle. Foto: Faulhaber
16.10.2015

Königsbacher Möbelhaus Völkle hat den Dreh raus

Der Möbelhandel hat es nicht leicht. Kleine Anbieter stehen massiv unter Druck und auch die Großen der Branche, die ihr Heil lange in der Flächenausweitung suchten, haben Probleme. Nach Einschätzungen des Bundesverbands der Deutschen Möbelhändler (BVDM) werden in den kommenden fünf Jahren von bundesweit 9000 Fachhändlern 600 die Segel streichen. Rüdiger Völkle sieht das gelassen. Sein Unternehmen in Königsbach-Stein sei zukunftsfähig aufgestellt, sagt er und blickt auf seine beiden Söhne Benedikt und Benjamin.

In den vergangenen zwei Jahren verbuchte Völkle ein zweistelliges Umsatzplus. Die Mitarbeiterzahl ist seit dem Jahr 2007 von 14 auf 21 gestiegen. „Unser Personal ist unsere Stärke“, erklärt Völkle. Nach Branchenumfragen wollen 3/4 der Kunden Möbel vor dem Kauf anfassen oder Probe liegen und sie wollen fachkundig beraten werden. Und diesen Wunsch erfüllt man den Kunden bei Möbel Völkle.

Mit den Branchenriesen Ikea und XXXL Lutz oder Möbel-Discountern will sich der bodenständige Mittelständler nicht vergleichen. „Die haben ganz andere Zielgruppen.“ Kundenorientierung sei das A und O, sagt Völkle und verweist auf unabhängige Untersuchungen der Kundenzufriedenheit mit einer Weiterempfehlungsquote von 96 Prozent. „Die Beratung bieten wir auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten an – auf Wunsch auch in den eigenen vier Wänden.“ Völkle bietet seinen Kunden Komplettlösungen in nahezu allen Bereichen des Wohnens und Einrichtens. Im Fokus stehen 40 Polstermöbel-Landschaften, die in der Ausstellung stellvertretend für gutes Sitzen stehen, und überwiegend von deutschen Herstellern stammen.

Durch die Partnerschaft mit der Garant-Gruppe könne man günstige Preise anbieten. Unter 600 meist inhabergeführten Fachgeschäften rangiere das Königsbacher Möbelhaus bundesweit unter den Top Ten. „Wir arbeiten nicht mit durchgestrichenen Mondpreisen, die dem Kunden satte Rabatte vorspiegeln“, sagt der Chef.

Möbel Völkle konzentriert sich lieber auf den Bettenfachhandel und den individuellen Entwurf von hochwertigen Küchen. Dazu zählen auch Planungen für barrierefreies/altersgerechtes Wohnen und die Gestaltung von Bürolandschaften und Betriebsküchen. „Wir beschäftigen vier zertifizierte Schlafberater,“ erläutert der Schreinermeister. Das habe dem Königsbacher Unternehmen zuletzt im Jahr 2012 den Titel „Bettenfachhändler des Jahres“ eingebracht.

Das Möbelhaus wurde 1933 von Adolf Völkle gegründet. Drohende Arbeitslosigkeit veranlasste den damaligen Schreinergesellen eine eigene Schreinerwerkstatt zu gründen. Das junge Unternehmen wurde mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs jäh gestoppt. 1945 in die Heimat zurückgekehrt, startete Völkle mit seinem Sohn Reinhold einen Neubeginn. Nachdem das Möbelhaus zunächst in der Ortsmitte von Königsbach ansässig war, wurde 1997 das zweistöckige Einrichtungshaus im Gewerbegebiet Plötzer bezogen, das in dritter Familiengeneration bis heute von Rüdiger Völkle zusammen mit seiner Ehefrau Beate geführt wird. Das Gebäude hat eine Gesamtfläche von 3000 Quadratmetern.