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Der geplante Verkauf von knapp 24 000 Wohnungen an ein Konsortium ist Vorgabe der EU für die künftige LBBW, nachdem der Bank von öffentlicher Hand in der Finanzkrise mit Milliardenbeträgen geholfen worden war. Foto. dpa
Der geplante Verkauf von knapp 24 000 Wohnungen an ein Konsortium ist Vorgabe der EU für die künftige LBBW, nachdem der Bank von öffentlicher Hand in der Finanzkrise mit Milliardenbeträgen geholfen worden war. Foto. dpa © dpa
10.06.2011

Konsortium will LBBW-Wohnungen kaufen

STUTTGART. Knapp 24 000 Wohnungen der LBBW sollen auf einen Schlag den Besitzer wechseln. Ein Konsortium um die Stuttgarter GWG-Gruppe plant nun, für die Immobilien der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zu bieten.

Die GWG (Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Baden-Württemberg AG) hält mit 59,9 Prozent die Mehrheit an dem Zusammenschluss. Die Gruppe ist zu 98,2 Prozent im Eigentum der R+V Versicherungen.

Weitere Partner sind die Stadt Stuttgart (25,1 Prozent) sowie die Bietigheimer Wohnbau GmbH, die Flüwo Bauen Wohnen eG (Stuttgart) und die GSW Sigmaringen mbH beteiligen sich mit jeweils 5 Prozent Anteil, wie das «Baden-Württemberg-Konsortium» am Freitag in Stuttgart mitteilte. Ursprünglich hatten auch andere Kommunen Interesse angemeldet - sie hatten verhindern wollen, dass private Investoren die Wohnungen übernehmen - unter anderem wegen des Mieterschutzes.

Ein LBBW-Sprecher sagte, die Bank begrüße das Interesse an den Wohnungen, wobei alle Bieter gleich behandelt würden. Der Verkaufsprozess für die Wohnungen soll im Sommer starten und muss nach EU-Vorgaben spätestens Ende 2012 abgeschlossen sein. Rund 4000 der Wohnungen sind in Stuttgart, weitere 1700 in der Region um die Landeshauptstadt, in Mannheim 1250, Ulm mit rund 1200, Karlsruhe mit rund 900 und Freiburg (rund 800).

Nach dpa-Informationen haben die Immobilien einen Wert von weit mehr als 1 Milliarde Euro. Als privater Interessent an den LBBW-Beständen hatte sich bis dato die Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen AG gemeldet. Auch das neue Konsortium rechnet mit einer Gesamtinvestition von 1 bis 1,5 Milliarden Euro.

Der Landesverband des Deutschen Mieterbunds (DMB) begrüßte das Kaufangebot des Konsortiums - so seien die rund 48 000 Mieter sicher vor «Heuschrecken oder Wohnungshändlern». Zudem forderte der Verband, schon zu Beginn des Mieterprozesses den Mieterschutz festzuschreiben. Der Verkauf der Wohnungen war eine Vorgabe der EU für die künftige LBBW, nachdem der Bank von öffentlicher Hand in der Finanzkrise mit Milliardenbeträgen geholfen worden war. dpa