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Mit viel Liebe fürs Detail präsentiert Andrea Schwarz ihre Produkte – individuell und mit regionalen Zutaten hergestellt.  Warzecha
Mit viel Liebe fürs Detail präsentiert Andrea Schwarz ihre Produkte – individuell und mit regionalen Zutaten hergestellt. Warzecha
Trotz des Firmennamens gehört nicht nur Senf zum Sortiment.
Trotz des Firmennamens gehört nicht nur Senf zum Sortiment.
05.02.2016

Kreative Ideen im Senfglas

Handwerklich auserlesen, „natürlich, regional und mit Liebe hergestellt“, genauso muss ein Produkt ihrer Marken „Senftöpfle & Co.“ beschaffen sein. Die 1968 geborene, gelernte Goldschmiedin und Existenzgründerin Andrea Schwarz aus Schellbronn strahlt, wenn sie über ihr Produkt spricht.

Am Eingang ihres gemütlich gestalteten und eingerichteten Holzhauses wird der Kunde schon mit ihrer Liebe zum Produkt konfrontiert. Schwarz verkauft dort, in einem Holzregal aufgestellt, schlicht, aber stilvoll dekorierte Senf- und Marmeladengläser sowie solche, die mit Chutney, Essig oder Likören gefüllt sind.

Stolz berichtet sie im PZ-Gespräch, dass sie sich von der Konkurrenz abhebe, eben weil sie ihre Produkte in kleinen Mengen immer frisch produziere, zu 90 Prozent sogar mit regionalen Rohstoffen. Die Senfkörner, aus denen sie ihre Produkte herstellt, bestellt sie über eine Apotheke. Sie lehnt es ab, günstigere Produkte übers Internet, zum Beispiel aus Tschechien, China oder Kanada zu bestellen. Gemäß ihres Grundsatzes der Natürlichkeit ist es Andrea Schwarz auch wichtig zu wissen, woher ihre zu verarbeitenden Rohstoffe kommen.

Weil ihre Senfsorten recht kreative Geschmacksrichtungen haben, muss sie die Zutaten hierfür ebenfalls extra einkaufen. Das erledigt sie im Pforzheimer Reformhaus. Die Herkunft ist ihr wichtig, gerade wenn es um exotischere Senfsorten wie die Sorte 1001 Nacht –angereichert mit einer orientalischen Würzmischung – oder den „Holunderblütensenf“ geht, ein süßlicher Senf, der zur Weißwurst passt.

Vor drei Jahren hat Andrea Schwarz diese exotischen Senfsorten mit in ihr Sortiment aufgenommen. Verkaufen möchte sie ihre Produkte nach wie vor auch direkt und lehnt einen Online-Shop ab. Auch hier ist es ihr wichtig, als Ein-Frau-Betrieb, der Wert auf Regionalität, Natürlichkeit und Handarbeit legt, ernst genommen zu werden. Ihre Kunden schätzen das Heimatverbundene und Regionale, sagt sie. Sie bestätigten ihr das immer wieder in persönlichen Gesprächen auf einschlägigen Spezial- und Fachmärkten. Hier verkauft sie ihre Produkte zusätzlich zu ihren Ladenöffnungszeiten zu Hause, freitags von 16 bis 18 Uhr (und nach telefonischer Vereinbarung). Das Geschäft auf den Märkten läuft gut, erklärt sie.

Wie es dazu kam, dass Andrea Schwarz ihr eigenes Unternehmen gegründet hat, ist genauso von persönlichen Begegnungen geprägt, wie von negativen beruflichen Erfahrungen. Zunächst hatte sie Freunde und Bekannte auf Grillfeiern die selbst gemachten und dekorativ verpackten Chutney- und Marmeladesorten probieren lassen. Ihre Freunde gaben ihr daraufhin den Tipp, auf den Weihnachtsmärkten, aber zunächst unter dem Label „Schwarz-Arbeiten“, ihre selbst gemachten Weihnachtskarten zu verkaufen. Unter anderem diese Karten (Einladungs-, Menü-, Tisch- und Danksagungskarten) sowie personalisierte Senf- und Marmeladensorten samt Verpackung und Tischdekoration als Service verbergen sich auch heute noch hinter dem „Co.“ der Marke „Senftöpfle & Co.“

Andrea Schwarz ist ein typisches Beispiel dafür, wie eine Existenzgründung neue Chancen eröffnen kann. Schon als die Schmuckfirma, bei der sie zuerst angestellt war, Insolvenz anmelden musste, hielt sie sich dank ihrer Kreativität mit Bastelarbeiten über Wasser.

Elf Jahre arbeitete sie anschließend als Verkäuferin im Kunstfachmarkt Boss in Pforzheim. Gleichzeitig verkaufte sie ihre Bastelarbeiten im Nebenerwerb bis zum März 2014. Dann meldete sich Andrea Schwarz als Selbstständige im Haupterwerb an. Möglicherweise gehört bald auch das Reformhaus zu ihren Kunden. Denn auch dort legt man einen Schwerpunkt auf Regionalität.

http://senftoepfle.de.tl