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Kreishandwerker-Geschäftsführer Mathias Morlock warnt vor schwarzen Schafen. Foto: Meyer
Kreishandwerker-Geschäftsführer Mathias Morlock warnt vor schwarzen Schafen. Foto: Meyer
04.08.2017

Kreishandwerker-Geschäftsführer warnt vor schwarzen Schafen

Pforzheim. „Handwerk hat goldenen Boden“, besagt ein altes Sprichwort. „Es gibt aber Handwerksbereiche, wo leider das eine oder andere schwarze Schaf unterwegs ist, wie etwa im Bereich der Rohrreinigungs- und Schlüsseldienste, insbesondere wenn es um Notfälle geht und der Kunde unter Druck steht“, sagt Mathias Morlock, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. „Hier sollte man niemals in den Gelben Seiten die erstbeste Nummer wählen, deren Namen meist mit AA oder noch mehr A’s beginnt, damit der Name des Betriebes auch wirklich ganz oben auf der Liste steht.“

Bei einem Notdienstbetrieb sollte man unbedingt vor Auftragsvergabe anfragen, von woher er anfährt und welche Kosten auf einen zukommen. „Am besten, man nimmt einen Betrieb aus der Region, der dann auch selber kommt und keinen Subunternehmer vorbeischickt.“ Morlock verweist auf entsprechende Innungsnotdienste, wenn etwa der Keller unter Wasser steht oder plötzlich der Strom weg ist. Hier könne man sicher sein, dass man nicht über den Tisch gezogen werde.

Weiteres Beispiel für unseriöse Handwerker seien die sogenannten Dachhaie. Diese klopfen unvermittelt an der Tür an, vorwiegend bei älteren, allein lebenden Menschen. Aus einer kleineren Reparatur, die meistens überhaupt nicht nötig wäre, wird dann sehr schnell ein Großauftrag über eine komplette Dachsanierung zu weitaus überteuerten Preisen, schildert Morlock.

In einem solchen Fall sollte man niemals an der Haustür einen Vertrag unterschreiben, sondern einen lokalen Handwerker rufen, der sich das angeblich schadhafte Dach anschaut und im Bedarfsfall dann ein schriftliches Angebot abgibt. „Will man ganz sicher gehen, kann man sich auch gerne noch ein Zweit- oder Drittangebote von weiteren lokalen Firmen einholen.“ Hier könne es vorkommen, dass der angeforderte Betrieb eine Anfahrts- oder Angebotspauschale verlangt, die bei Auftragserteilung dann aber mit der Auftragssumme verrechnet werde.

„Vorsicht ist auch immer geboten bei sogenannten Hausmeisterdiensten, vor allem dann, wenn diese sich an der Strom- oder Gasleitung im Haus zu schaffen machen“, warnt Morlock. Denn Hausmeisterdienste sind in der Regel keine eingetragenen Handwerksbetriebe und damit nicht berechtigt, an Versorgungsleitungen sowie an der Hauselektrik oder der Heizungsanlage zu hantieren. Ihr Aufgabengebiet umfasst Arbeiten, die man ohne Zusatzqualifikation erledigen darf.