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Walter Reiber, Chef der Pforzheimer Arbeitsagentur freut sich, die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem April seit 1992 zu verkünden.
Frühjahrsbelebung am Pforzheimer Arbeitsmarkt © dpa
29.03.2012

Leichte Frühjahrsbelebung am Pforzheimer Arbeitsmarkt

Pforzheim/Enzkreis. Im März ist der Arbeitsmarkt saisonüblich durch die beginnende Frühjahrsbelebung geprägt worden. Die Arbeitslosigkeit erholte sich in Pforzheim und dem Enzkreis auf 7 349 Personen. Ein Rückgang um 41 innerhalb eines Monats. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,6 Prozent. Im Vorjahr waren es noch fünf Prozent.

Bundesweit sank die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im März um 82 000 auf 3.028.000. Das waren 182 000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 7,2 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 7,6 Prozent gelegen.

„Der Personalbedarf der Region stabilisiert sich“, so bezeichnet Walter Reiber, Chef der Pforzheimer Arbeitsagentur die Kräftenachfrage der regionalen Wirtschaft. Im Berichtsmonat gingen 620 neue Personalanfragen heimischer Arbeitgeber ein; 16 mehr als im Februar. Seit Jahresbeginn stieg der Bedarf zwar monatlich an, allerdings liegt er aktuell noch um 47 unter dem Vorjahresniveau.

Entgegen der Gesamtentwicklung der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Pforzheim entwickelten sich die Arbeitslosenzahlen der Stadt Pforzheim. Am Monatsende waren 4 620 Pforzheimerinnen und Pforzheimer arbeitslos, 40 mehr als im Februar. Die Arbeitslosenquote stieg um einen Zehntel Prozentpunkt auf 7,8 Prozent an. Leider ist dies auch im März die höchste Arbeitslosenquote der Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs.

Für den Enzkreis ergaben sich mit 2 729 Arbeitslosen, 81 weniger. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 2,7 Prozent. Landesweit ist dies nach dem Kreis Biberach mit 2,5 Prozent die zweitniedrigste im Ranking.

In Baden-Württemberg zeigte sich der Arbeitsmarkt etwas entspannter. Ein Rückgang um rund 5 400 auf 224 094 Arbeitslose ergab eine um einen zehntel Prozentpunkt rückläufige Arbeitslosenquote von 4,0 Prozent (Vorjahr: 4,4 Prozent). Baden-Württembergs Arbeitsmarkt forderte im Februar 26 731 Kräfte bei den Arbeitsagenturen an und lag somit um 1 778 unter dem Vormonatswert. Im Vorjahresvergleich waren es 445 freie Stellen weniger.

Situation in Pforzheim und dem Enzkreis

Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich in Pforzheim und dem Enzkreis gegenläufig. Während in der Stadt Pforzheim am Monatsende mehr Arbeitslose gezählt wurden, waren es im Enzkreis weniger. Für Pforzheim wies die Statistik 4 620 Arbeitslose aus, das waren 40 mehr als im Februar. Die Arbeitslosenquote reagierte mit einem Anstieg um einen zehntel Prozentpunkt auf 7,8 Prozent.

Betrachtet nach der Rechtskreiszugehörigkeit ergibt sich bei der Zuständigkeit der Versicherungsleistungen nach dem dritten Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) eine um fünf Personen leicht erhöhte Anzahl von 1 304 Arbeitslosen und somit ein Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit von 28,2 Prozent. In der Zuständigkeit der steuerfinanzierten Grundsicherung nach dem zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) wurden 3 316 Arbeitslose, 35 mehr als vor einem Monat vom Jobcenter Pforzheim betreut. Dies entsprach einem Anteil von 71,8 Prozent.

Auch im März war die Stadt Pforzheim mit einer Quote von 7,8 Prozent im landesweiten Ranking der Stadt- und Landkreise am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen, gefolgt von den Städten Mannheim (6,4 Prozent) und Heilbronn (6,1 Prozent).

Im Enzkreis waren es Ende März 2 729 Arbeitslose und somit 81 weniger als im Februar. Beide Rechtskreise konnten von dem Rückgang profitieren. In der Zuständigkeit des SGB III, betreut durch die Agentur für Arbeit, wurden im März 51 Arbeitslose weniger ausgewiesen während es bei Arbeitslosen der SGB II-Betreuung durch das Jobcenter Enzkreis, 30 Arbeitslose weniger waren. Bei einer stabilen Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent ist der Enzkreis auch im Berichtsmonat im landesweiten Ranking, mit der zweitniedrigsten Arbeitslosenquote nach Biberach mit 2,5 Prozent, ganz vorne angesiedelt. Die Zuständigkeiten beider Rechtskreise halten sich beinahe die Waage. Auf das SGB III entfällt ein Anteil von 55 Prozent und 45 Prozent der Arbeitslosen werden über das SGB II betreut.

 

Regionaler Arbeitsmarkt

Im Hauptagenturbezirk mit der Stadt Pforzheim und dem westlichen Enzkreis hat sich die Arbeitslosigkeit innerhalb eines Monats geringfügig um 10 auf 6 393 Personen verringert. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,9 Prozent (Vorjahr: 5,3 Prozent). Mit 442 neuen Personalanfragen waren es nur elf weniger als im Februar, aber 100 weniger als vor einem Jahr. Am Monatsende standen noch 1 352 freie Stellen zur Verfügung.

Für den Geschäftsstellenbezirk Mühlacker mit dem östlichen Enzkreis wies die Statistik 956 Arbeitslose aus. Zum dritten Mal in Folge war diese Zahl rückläufig. Bei einem Rückgang um 31 Arbeitslose reagierte die Quote mit einer Entspannung um einen Zehntel Prozentpunkt auf 3,0 Prozent (Vorjahr: 3,7 Prozent). „Regionale Arbeitgeber richteten, wie in den Vormonaten, erneut mehr Personalanfragen an den Arbeitgeberservice“, freut sich Walter Reiber. Immerhin waren es im März 178 neue Stellenangebote, somit 27 mehr als im Februar und 53 mehr als vor einem Jahr. Ende März waren noch 407 freie Stellen übrig.

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