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Lutz Engelhardt wird am Samstag auf der IMM0 2018 referieren. Foto: Marcus Glahn
Lutz Engelhardt wird am Samstag auf der IMM0 2018 referieren. Foto: Marcus Glahn
14.09.2018

Lutz Engelhardt spricht auf der IMMO 2018

Pforzheim. In Pforzheim war Architekt Lutz Engelhardt bisher noch nicht. Bis zu 100 Seminare und Vorträge halten Engelhardt und seine Kollegin vom Factus2-Institut aus Nordhausen/Köln bundesweit im Jahr vor Planern, Vertretern der Immobilienwirtschaft oder der öffentlichen Verwaltung. Darüber hinaus ist er gefragter Experte für barrierefreie Lebensräume, Fachbuchautor und Mitherausgeber des „Atlas barrierefrei bauen“.

Über das Thema „Barrierefreie Lebensräume – Wohnen im Alter“ wird Lutz Engelhardt auch am Samstag, 22. September, auf der Immobilienmesse der „Pforzheimer Zeitung“ im CongressCentrum Pforzheim (CCP) referieren.

Was die Architektur der Goldstadt angeht, hat er sich im Vorfeld kundiggemacht. Hat erfahren, dass ein Großteil der Stadt beim Bombenangriff am 23. Februar 1945 in Schutt und Asche gelegt wurde. Die Trümmer wurden weggeräumt und eilig musste dringend benötigter Wohnraum für die Überlebenden geschaffen werden.

Pforzheim wächst bis heute und vielerorts zeugen Kräne von reger Neubautätigkeit. Wie sich Urbanisierung, Ökologie und Natur in Einklang bringen lassen, ist ein Leitmotiv der IMMO 2018. Und nicht nur junge Familie treten als Immobilienkäufer in Erscheinung, sondern auch viele Mitbürger, die bestehenden Wohnraum in barrierefreie Lebenswelten umwandeln wollen. „Wichtig ist ihnen der Erhalt der Selbstständigkeit bis ins hohe Alter“, weiß Lutz Engelhardt. Die Zahl der über 60-Jährigen wächst. „Die Menschen – egal ob Eigentümer oder Mieter – wollen möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben und einen Heimaufenthalt vermeiden.“ Der Architekt unterscheidet dabei fünf gangbare Varianten. Zunächst den barrierefreien Umbau der eigenen Immobilie samt Aufzug und behindertengerechten Bad- und Sanitärräumen. Dann die Anmietung einer schwellenfreien Wohnung in einer anderen Immobilie oder größeren Wohnanlage. „Möglichkeit drei ist dann der Kauf eines barrierefreien Hauses oder einer Eigentumswohnung“, betont Engelhardt. Dabei gelte es, die bestehenden Fördermöglichkeiten zu nutzen. Der Neubau einer seniorengerechten Immobilie sei eine weitere Alternative. Und letztlich bilde auch der Teilverkauf eines Zweifamilien- oder eines großen Einfamilienhauses eine mögliche Variante. Dies könnte sinnvoll sein, wenn der Hausbesitzer nur eine überschaubare Rente bekommt und schon zu Lebzeiten einen Teil seines Betongolds versilbern möchte. Damit lässt sich auch ein barrierefreier Umbau der Immobilie finanzieren.

Übrigens übernehme die Pflegeversicherung – unabhängig vom individuellen Pflegegrad – einen Anteil von bis zu 4000 Euro bei einer erforderlichen Maßnahme zum Abbau von baulichen Barrieren oder der Verbesserung des individuellen Wohnumfelds. „Bei einer späteren Verschlechterung des Gesundheitszustands kann eine solche Maßnahme erneut beantragt werden.“

Bei Neubauprojekten im öffentlichen Bereich sei die Barrierefreiheit vorgeschrieben. Im privaten Bereich – etwa im Geschosswohnungsbau – werde dieser Aspekt immer wichtiger, erklärt Engelhardt. Entscheidend sei die jeweilige Landesbauordnung, die in Baden-Württemberg ganz solide aufgestellt sei.