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Einmal mehr fordert Stefan Mappus "Bildung für alle" - zuletzt beim Sommerempfang der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald im CongressCentrum Pforzheim. © Seibel
Zum Abschied von IHK-Hauptgeschäftsführer Achim Rummel (links) überreichte IHK-Präsident Burkhard Thost namens der Mitarbeiter eine Kaffeemaschine nebst dazugehöriger Bohnen –verbunden mit dem Wunsch, die Welt nun stressfreier bereisen zu können. © Seibel
16.07.2010

Mappus fordert bei IHK-EMpfang „Bildung für alle“

PFORZHEIM. „Wir sind eine starke Region“, sagte Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) gestern beim Sommerempfang der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald. Es komme darauf an, dies nach außen zu tragen.

Bildergalerie: Sommerempfang der IHK Nordschwarzwald

„Eine Anmeldung ist leider nicht mehr möglich, da die maximale Besucherzahl für das CCP erreicht ist.“ Mit diesem Hinweis auf der Internetseite der IHK wurde enttäuscht, wer sich noch kurzfristig für eine Teilnahme am jährlich stattfindenden Sommerempfang der IHK anmelden wollte. Auch der letzte Platz für die Veranstaltung im CongressCentrum Pforzheim (CCP) war reserviert. Neben der Rede des baden-württembergischen Ministerpräsidenten standen die Verabschiedung des bisherigen IHK-Hauptgeschäftsführers Achim Rummel sowie die Amtseinführung des Nachfolgers Martin Keppler auf dem Programm.

Mappus lobte den scheidenden Hauptgeschäftsführer: „Sie haben sich um die IHK und die Region große Verdienste erworben.“ Den neuen Mann an der Spitze der Kammergeschäftsführung begrüßte der Ministerpräsident mit dem Wunsch auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit.

Selbstbewusst auftreten

Es gehe darum, so Mappus weiter, „die Region voran zu bringen“, denn sie sei „eine der am meisten unterschätzten Regionen“. Zum Beispiel mit einem großen Angebot an so genannten weichen Standortfaktoren. Als da seien Tourismus und Gastronomie, Kulturdenkmäler, eine unberührte Natur in der herrlichen Landschaft des Nordschwarzwaldes, führte der Ministerpräsident auf. Damit könne die Region „durchaus selbstbewusst auftreten“.

Hinzu kämen Bildungseinrichtungen wie die Hochschule Pforzheim, die Mappus als „eine der Perlen“ bezeichnete. Und von den „heimlichen Champions“ der hier ansässigen Unternehmen gebe es eine große Zahl. Unterdessen zeigte sich Mappus erfreut, dass der Konjunkturmotor schneller angelaufen sei, als erhofft. Ob Autoindustrie, Maschinenbau oder Elektrotechnik – „die baden-württembergischen Paradebranchen sind wieder im Aufwind“. Spitzentechnik aus dem Südwesten sei wieder gefragt. Derweil erinnerte der Ministerpräsident an notwendige Maßnahmen. So müsse in Bildung, Qualifikation, Forschung und Verkehrswegegestaltung investiert werden, um die Zukunft gestalten zu können. Vor allem müsse Baden-Württemberg das Land des technischen Fortschritts bleiben, wies er etwa auf Innovationen im Bereich der umweltfreundlichen Technik hin.

Angesichts des drohenden Fachkräftemangels und der Zukunftsgestaltung der jungen Generationen bekräftigte Mappus: „Wir müssen den beruflichen Aufstieg durch Bildung für alle generieren. Jedes Kind soll bestmögliche Bildungschancen haben, ungeachtet der sozialen Herkunft.“ Deshalb gelte für die Landesregierung: „Bei Schulen, Kindergärten und Betreuungseinrichtungen wird nicht gespart.“ Dagegen richtete sich sein Appell an die europäischen Regierungen, die Defizite der Haushalte massiv nach unten zu fahren.

„Grandiose Leistung“

Im Übrigen lobte der Ministerpräsident das Verhalten der Tarifparteien während der Krise als „grandiose Leistung“. Auch die Arbeitnehmer-Vertreter hätten in dieser schwierigen Zeit mit Augenmaß und Flexibilität dafür gesorgt, dass die Betriebe die Durststrecke überstehen konnten. Erfreulich sei, dass – begünstigt durch das Angebot der Kurzarbeit – viele qualifizierte Beschäftigte gehalten werden konnten. Inzwischen, freute sich Mappus, „hat sich Deutschland wieder aufgerappelt“.

Thost und Keppler einig

IHK-Präsident Burkhard Thost und der neue Hauptgeschäftsführer Martin Keppler demonstrierten mit dem Inhalt ihrer Reden viele Gemeinsamkeiten für die Zukunftsgestaltung der Region. Bildung und Demografiewandel sowie die Notwendigkeit zur Innovation der Unternehmen nannten beide als wichtige Kernthemen für die Arbeit der IHK. Präsident Thost hob zudem hervor, dass der Wettbewerb der Regionen untereinander eine große Herausforderung sei. Hier gehe es auch um die Frage, ob sich Menschen „für unsere Städte und Landkreise entscheiden“ oder ob sie abwanderten. Für Thost ist klar: „Es gibt viele gute Gründe, in der Region Nordschwarzwald zu leben und zu arbeiten.“