nach oben
Das Thema Atomkraft hat den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (Zweiter von rechts) auch beim einem Treffen der CDU-nahen Vereinigung Wirtschaftsrat Deutschland, Sektion Pforzheim eingeholt. Dort traf er (von links) Sektionssprecher Georg Wellendorff, Landtagskandidatin Viktoria Schmid und Bundestagsabgeordneten Gunther Krichbaum. 
Das Thema Atomkraft hat den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (Zweiter von rechts) auch beim einem Treffen der CDU-nahen Vereinigung Wirtschaftsrat Deutschland, Sektion Pforzheim eingeholt. Dort traf er (von links) Sektionssprecher Georg Wellendorff, Landtagskandidatin Viktoria Schmid und Bundestagsabgeordneten Gunther Krichbaum.  © Seibel
14.03.2011

Mappus zur AKW-Frage: Schlichten, aber nicht abschalten

PFORZHEIM. „Ich stelle mir eine modifizierte Schlichtung zum Thema Energie vor“, sagte Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) am Montag vor Mitgliedern und Gästen der CDU-nahen Vereinigung Wirtschaftsrat Deutschland, Sektion Pforzheim. Die Menschen hätten Angst. Deshalb müsse man ihnen signalisieren: „Es geht nicht weiter so.“ Nachdem sich der schwerwiegende Reaktorunfall in einem Hochtechnologie-Land ereignet habe, so Mappus, „kann man nicht einfach sagen, dass unsere Kernkraftwerke sicher sind“. Sie müssten deshalb überprüft werden. Indes sei es unter anderem auch aus rechtlichen Gründen nicht einfach möglich, Kernkraftwerke abzuschalten, sofern dort keine Mängel nachgewiesen würden.

Seine Umweltministerin ist offensiver: Nach dpa-Informationen von Montag hält Tanja Gönner (CDU) eine Abschaltung von Atomkraftwerken im Südwesten noch vor der Landtagswahl für möglich. Experten überprüfen demnach die Notstromversorgung der Atommeiler im Land. Die Bundesregierung steht für ein Aussetzen der Laufzeitverlängerung. Für den Dienstag hat die CDU im Südwesten eine zusätzlich Sitzung des Landtags beantragt. Thema: Die Lage der Kernkraftwerke und der Energieversorgung im Lande.

Unterdessen machte Mappus am Montag beim Wirtschaftsrat in Pforzheim deutlich: „Kein anderes Land in Deutschland hat einen so großen Energiehunger wie Baden-Württemberg.“ Er habe deshalb kein Verständnis für Forderungen, wie sie der SPD-Spitzenkandidat äußere, wonach dieser im Falle eines Wahlsieges zwei Kernkraftwerke abschalten würde. „So einfach geht’s eben nicht“, sagte Mappus.

Er sei durchaus bereit, über einen schnelleren Ausbau von erneuerbaren Energien zu reden. Allerdings fehlten bislang die entsprechenden Netze, um den Strom zu transportieren. Ohnehin sei dies ein Thema, das auf EU-Ebene geklärt werden müsse. Völlig offen sei die Frage: „Wer soll das bezahlen?“ Wenn die Energieversorgung auch nur zu 50 Prozent auf regenerative Quellen umgestellt werden würde, „kostet das zwischen 50 und 200 Milliarden Euro“. Mappus über den möglichen Wechsel hin zu Erneuerbaren Energien: „Wenn geklärt ist, wie das finanziert werden soll und wie das technisch zu lösen ist, dann bin ich mit dabei.“

Leserkommentare (0)