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Von der positiven Konjunkturentwicklung 2016 profitieren auch die Mitarbeiter bei Mercedes-Benz, wie hier im Werk in Sindelfingen.  Kahnert
Von der positiven Konjunkturentwicklung 2016 profitieren auch die Mitarbeiter bei Mercedes-Benz, wie hier im Werk in Sindelfingen. Kahnert
28.01.2016

Marktforscher GfK legt in Nürnberg optimistische Konsumstudie vor

Deutschlands Verbraucher sind mit unverändert guter Konsumlaune ins neue Jahr gestartet. Auch Terrorgefahr und Flüchtlingskrise hätten die Verbraucherstimmung im Januar nicht sonderlich trüben können, berichtete das Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK am Dienstag in seiner neuesten Konsumklimastudie. Solange die Konjunktur stabil und die Arbeitsplätze sicher sind, dürfte sich das vorerst auch kaum ändern, sagte der GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl.

Zwar rechnen nach GfK-Feststellungen viele Verbraucher in den kommenden Monaten mit leicht sinkenden Einkommen; das führe aber nicht dazu, dass sie größere Anschaffungen verschieben, berichtet Bürkl. Auch in Bezug auf die Konjunktur seien die Deutschen wieder etwas optimistischer. Dadurch rechnet die GfK für den Februar mit einem unveränderten Konsumklimaindex von 9,4 Punkten. Das Konsumklima bleibe weiter stabil, ist Bürkl überzeugt.

Zuversichtlich stimmt den Konsumforscher das wieder gewachsene Vertrauen der Bundesbürger in die Konjunktur. Der bei Umfragen unter rund 2000 Verbrauchern ermittelte Indikator für die Konjunkturerwartung liegt mit einem Wert von 4,2 deutlich im Plus; im Dezember hatte er lediglich bei 2,9 gelegen, in der Boomphase vor einem Jahr allerdings bei 22,5 Zählern. „Allen Risiken zum Trotz gehen die Konsumenten derzeit davon aus, dass die deutsche Wirtschaft weiter moderat wachsen wird“, betonte Bürkl.

Unterdessen geht aus dem am Dienstag in Berlin vorgelegten Jahreswirtschaftsbericht von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hervor, dass der anhaltende Flüchtlingszuzug nach Deutschland den Arbeitsmarkt nach Einschätzung der Bundesregierung zunächst nicht belasten werde. „Die hohe Zuwanderung ... dürfte sich in den ersten Monaten des Jahres nur wenig auf den Arbeitsmarkt auswirken.“ Deutschland befinde sich weiter „auf einem soliden Wachstumskurs“.

Trotz schwächelnder Weltwirtschaft rechnet Schwarz-Rot für 2016 wie im vergangenen Jahr mit einem Zuwachs der Wirtschaftsleistung um 1,7 Prozent. Das ist ein etwas geringeres Plus als der im Oktober erwartete Zuwachs von 1,8 Prozent. Auch beim Abbau der Altlasten kommt Deutschland voran: Der Schuldenstand werde trotz der Milliarden-Mehrkosten durch die Zuwanderung schon 2016 unter die Marke von 70 Prozent der Wirtschaftsleistung fallen. Das ist nur noch zehn Punkte unter der erlaubten Höchstmarke.

Gabriel forderte eine Investitionsoffensive. Die Wirtschaftsstärke sei kein Garant für künftigen Wohlstand. „Wir müssen jetzt die Weichen für die Zukunft stellen, damit Deutschland auch in zehn Jahren ein leistungsfähiger, global führender Wirtschafts- und Industriestandort ist“, sagte er. „Dafür müssen wir unsere Wirtschaft modernisieren und auf einen höheren Pfad von privaten und öffentlichen Investitionen bringen.“

Schon im vergangenen Jahr sei mit 43 Millionen Erwerbstätigen zum neunten Mal in Folge ein Beschäftigungsrekord erreicht worden. Die Arbeitslosenquote werde bei einem weiteren Beschäftigungsanstieg im laufenden Jahr 6,4 Prozent betragen.