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Rechtsanwalt Björn Gräber, (links), Fachanwalt für IT-Recht und Oliver Essig, IHK-Geschäftsführer Recht und Steuern im vollbelegten großen Vortragssaal des IHK-Hauses in Pforzheim. Foto: Hasch
Rechtsanwalt Björn Gräber, (links), Fachanwalt für IT-Recht und Oliver Essig, IHK-Geschäftsführer Recht und Steuern im vollbelegten großen Vortragssaal des IHK-Hauses in Pforzheim. Foto: Hasch
23.02.2018

Mehr Aufwand für Datenschutz: Großes Interesse am neuen europäischen Regelwerk

Pforzheim. Die DSGV ist kein neuer „Deutscher Sport– und Gesangsverein“, sondern die Abkürzung für die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGV). Was dahinter steckt, kann aber für Vereine – und erst recht für Firmen und Unternehmen – böse Folgen verbunden mit zum Teil horrenden Bußgeldern haben.

Mehr als 200 Teilnehmer informierten sich deshalb im Pforzheimer IHK-Haus bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald über das neue EU-Datenschutzrecht. Die Datenschutzgrundverordnung tritt am 25. Mai 2018 auch in Deutschland in Kraft und verändert die bisherige Rechtslage grundlegend.

Einer Untersuchung des Branchenverbandes BITKOM zufolge haben erst 13 Prozent aller Unternehmen begonnen, Maßnahmen einzuleiten. Die größten Hürden sehen die Firmen der bundesweiten Unternehmensumfrage zufolge im unklaren Umsetzungsaufwand und in der Rechtsunsicherheit. Um für ihre Mitglieder mehr Klarheit zu schaffen hatte die IHK Nordschwarzwald diese Infoveranstaltung angeboten.

„Auch wenn die praktischen Einschränkungen aufgrund des zuvor schon sehr hohen deutschen Datenschutzniveaus nicht alle neu sind, entsteht den Unternehmen ein deutlich gesteigerter Dokumentations- und Belehrungsaufwand“, bemängelte IHK-Justitiar Oliver Essig in seiner Eröffnung.

Während Essig die Harmonisierung des Rechts grundsätzlich begrüßte, rügte er zugleich, dass europäische Normen die Strukturen und Möglichkeiten des deutschen Mittelstandes unberücksichtigt ließen.

Der Fachanwalt für IT-Recht Björn Gräber gab in seinem Vortrag einen Überblick zu den bevorstehenden Änderungen und zeigte konkrete Lösungsansätze auf. Sein Fazit lautete, die unbestreitbaren Herausforderungen strukturiert anzugehen. „Auch der deutlich erhöhte Bußgeldrahmen sollte kein Anlass sein, in Panik zu verfallen“, so Björn Gräber.