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Die Kramski Gruppe aus Pforzheim setzt in ihren Niederlassungen in Indien, Sri Lanka und Amerika die Anlagen der Membratech A-Serie ein.  Foto: Membratech 

Membratech filtert ab Herbst Coronaviren aus dem Wasser: Mit dieser Idee will ein Pforzheimer Unternehmer weltweit expandieren

Pforzheim. Tim Dibjick wusste, dass sein Miniatur-Wasserwerk trotz steinigem Weg ein Erfolg werden könnte – und er behielt recht: Das Unternehmen Membratech wurde innerhalb von nur drei Monaten mehrfach ausgezeichnet. Zum im Mai verliehenen German Innovation Award 2020 kommt nun das nächste internationale Schwergerwicht hinzu: der German Design Award 2021 in gleich zwei Kategorien – für das Öko-Design sowie das Produktdesign von Haushaltsgeräten. Auch für den German Brand Award 2021 wurde das Unternehmen nominiert.

Vor fünf Jahren gründete der 34-jährige Pforzheimer das Start-up, das im Bereich der membrantechnologischen Trink- und Prozesswasseraufbereitung aktiv ist. Vergangenes Jahr expandierte die Firma nach Weissach, wo viele Tech-Start-ups sitzen. Der Heimat bleibt Dibjick dennoch verbunden: Demnächst soll in Pforzheim eine Zweigstelle eröffnet werden. Zudem engagiert er sich ehrenamtlich im Netzwerk Ökosystem Nordschwarzwald, das jungen Unternehmern eine Plattform bietet und die Gründungskultur fördert.

„Uns hat damals niemand geholfen“, sagt Dibjick. „Man braucht aber Mentoren, die die Strapazen schon einmal mitgemacht haben.“

Für Dibjick haben sich die schlaflosen Nächte ausgezahlt: Vor kurzem stieg das Land Baden-Württemberg als stiller Gesellschafter bei Membratech ein – auch, um die Technologie im Südwesten zu halten. Denn Wasser wird weltweit immer schmutziger – und knapper. Die Membratech A-Serie, ein Miniatur-Wasserwerk für Privathaushalte, Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen, Gastronomie und Hotellerie, reinigt das Wasser dank Hydrocarbon-Membranen von molekularen Fremdstoffen wie Viren, Hormonen, Arzneimittelrückständen, Chemikalien und Mikroplastik.

Weitere Weltneuheit

Im Herbst soll eine weitere Weltneuheit auf den Markt kommen, wie Dibjick berichtet. Dank einer Nanoversiegelung, die in die Schläuche eingespritzt wird, sollen bei Kontakt mit Wasser auch Coronaviren abgetötet werden – ein Zertifikat vom Gesundheitsamt hat der Unternehmer bereits in der Tasche. Die Pandemie war dabei nicht der Auslöser. „Die Entwicklung begann schon vor einem Jahr gemeinsam mit einer Universität“, sagt Dibjick, dem das Timing nun in die Karten spielt.

Wirtschaft

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So langsam wächst Membratech aus den Kinderschuhen: Im November läuft offiziell der Start-up-Status. Dann will Dibjick nach der Aktiengesellschaft greifen. „Das ist die Reise, wohin es weiter gehen soll.“ Anfragen von Investoren aus dem Ausland schlägt er aus. „Wir wollen keine Anteile abgeben“, sagt Dibjick. Stattdessen will er ins Ausland Expandieren. Ein Deal mit China steht schon. Und Interessenten aus Indien, Afrika und Saudi Arabien stehen ebenfalls Schlange.

„Export ist die Zukunft.“
Katharina Lindt

Katharina Lindt

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