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Packen mit 100-D-Mark-Banknoten mit dem Portrait von Clara Schumann stapeln sich in einem Bankdepot.  Dedert
Packen mit 100-D-Mark-Banknoten mit dem Portrait von Clara Schumann stapeln sich in einem Bankdepot. Dedert
19.07.2016

Milliarden D-Mark noch im Umlauf

Die Deutsche Mark hat seit der Euro-Bargeldeinführung vor mehr als 14 Jahren als Zahlungsmittel ausgedient. Doch Mark und Pfennig sind immer noch beliebt – auch im Ausland. Als Schatztruhe erwies sich ein hölzerner Werkzeugkasten, den ein Luxemburger beim Ausräumen im Keller seines verstorbenen Vaters fand, wie die Deutsche Bundesbank berichtet.

Beim Transport sei der alte Werkzeugkasten zerbrochen, aus dem von außen nicht sichtbaren Doppelboden fielen rund 69 000 D-Mark.

Ende Juni waren nach Angaben der Notenbank noch 167,3 Millionen D-Mark-Scheine und 23,5 Milliarden Münzen im Umlauf. Sie sind allerdings nicht wirklich alle „im Umlauf“, wie die Bundesbank betont. Vielmehr werden diese Banknoten und Münzen zu einem nicht unerheblichen Teil beispielsweise einfach nur aus nostalgischen Gründen aufbewahrt oder sind bei Sammlern zu finden. Dafür spricht auch, dass bei Banknoten vor allem kleinere Stückelungen noch nicht zurückgegeben worden sind. Besonders begehrt ist der 10-Mark-Schein – 72 Millionen Stück sind noch nicht umgetauscht. Bei den Münzen steht der Glückspfennig mit 9,7 Milliarden Stück an erster Stelle. Zum Teil dürfte das Geld aber auch verloren gegangen oder für immer zerstört worden sein, erläutert die Bundesbank.

Auch der Bankenverband BdB vermutet D-Mark in Sammlerschatullen und Münzalben. „Ein Großteil an Münzen dürfte allerdings in Portemonnaies von Touristen in deren Heimatländer mitgenommen worden sein.“

Das nicht zurückgegebene Geld hat einen beträchtlichen Gesamtwert von 12,76 Milliarden Mark (6,53 Milliarden Euro). Dass die Bundesbürger wegen der Diskussion um die Zukunft des Bargeldes D-Mark horten, kann die Notenbank aber nicht erkennen.

Pro Jahr würden im Schnitt 100 Millionen Mark in Euro umgetauscht. Im ersten Halbjahr 2016 seien es wieder rund 50 Millionen Mark gewesen. „Dieser kontinuierliche Rückfluss zeigt, dass sich die aktuellen Diskussionen nicht auf das Umtauschverhalten der Bürger ausgewirkt haben“, sagt Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele.

Immer wieder tauchen längst vergessene größere D-Mark-Schätze auf: Zum Beispiel hinter einem losen Mauerstein im Keller eines Hauses in Mittelhessen. Ein Unternehmerpaar, bei dem mehrfach eingebrochen worden war, hatte für Notfälle dort 60 000 Mark versteckt – und dann vergessen. Nachdem das Paar Jahre später Haus und Unternehmen an Nachfolger übergeben wollte, wurde das Geld beim Aufräumen zufällig gefunden. Nicht ungewöhnlich: Auch in anderen Euro-Ländern wie beispielsweise Spanien, Italien oder Frankreich sind noch alte Landes-Währungen im Umlauf.