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Tipps aus Hessen gab es bei der Veranstaltung des Wirtschaftsrats der CDU bei Camlog/Altatec in Wimsheim (von links): Bürgermeister Mario Weisbrich, Wolfgang Herz (Erster Landesbeamter Enzkreis), Firmenchef Jean-Marie Wyss, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, CDU-Bundestagsabgeordneter Gunther Krichbaum und Philipp Kollmar vom Pforzheimer Wirtschaftsrat. Foto: Tilo Keller
Tipps aus Hessen gab es bei der Veranstaltung des Wirtschaftsrats der CDU bei Camlog/Altatec in Wimsheim (von links): Bürgermeister Mario Weisbrich, Wolfgang Herz (Erster Landesbeamter Enzkreis), Firmenchef Jean-Marie Wyss, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, CDU-Bundestagsabgeordneter Gunther Krichbaum und Philipp Kollmar vom Pforzheimer Wirtschaftsrat. Foto: Tilo Keller
14.09.2017

Ministerpräsident Volker Bouffier erklärt in Wimsheim, warum Schwarz-Grün funktioniert

Prominente Unterstützung hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum im Wahlkampf erhalten. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erläuterte bei einem Besuch der Wimsheimer Dental-Firma Altatec in einem launigen Vortrag vor dem CDU-Wirtschaftsrat, was Baden-Württemberg von Hessen lernen könne.

Sein Vorteil gegenüber der Südwest-CDU: Er ist Chef einer Unions-geführten Landesregierung mit einem grünen Juniorpartner. In Baden-Württemberg muss die CDU an der Seite des grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann bekanntlich kleine Brötchen backen. Doch auch in Hessen dauerte es Jahrzehnte, bis Bouffier tatsächlich das Sagen bekam. „Wir waren 41 Jahre in der Opposition.“ Inzwischen habe er einen grünen Verkehrsminister an seiner Seite, der Autobahnen baut und etwas von Wirtschaft verstehe. Ökologie und Ökonomie stünden im Einklang. Entscheidend für Hessen, denn das Bundesland ist existenziell auf den Bankenplatz Frankfurt und den Flughafen angewiesen. An dem internationalen Drehkreuz starten und landen die Maschinen im Minutentakt. An der Startbahn-West entzündete sich damals ein jahrelanger gewaltsamer Protest. Es waren sogar Todesopfer zu beklagen, erinnerte Bouffier.

Heute setze man auf Konsens und die jüngste Fraport-Erweiterung lief reibungslos und liege im Gegensatz zum Berliner Hauptstadtflughafen im Zeit- und Kostenplan. Zudem verschlinge das unvollendete Großprojekt in Berlin monatlich 26 Millionen Euro an laufenden Kosten. Klar sei die Hauptstadt hipp, doch die anderen Bundesländer wollten nicht länger den Zahlmeister spielen, wetterte Bouffier. „Wir sind zwar solidarisch, aber nicht blöd.“

Nach seinem Auftritt in Wimsheim unterstützte der Ministerpräsident im Nordschwarzwald noch den Calwer CDU-Kandidaten Hans-Joachim Fuchtel, bevor er in Frankfurt gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Internationale Automobilausstellung (IAA) eröffnete.

„Es sind noch elf Tage bis zur Bundestagswahl und es ist noch nichts entschieden“, warnte Gunther Krichbaum eingangs. Er kämpfe für eine bürgerliche Mehrheit der neuen Bundesregierung und war sich auch nicht zu schade, vor der Veranstaltung kurzerhand noch selbst eines seiner Wahlplakate an einer Straßenlaterne im Wimsheimer Gewerbegebiet zu befestigen.

Viel Lob gab es für den Standort Wimsheim, wo Badener und Schwaben produktiv zusammenarbeiten. Eigentlich sei der Firmenverbund Camlog/Altatec mit seinen 400 Mitarbeitern gar kein Unternehmen im klassischen Sinn, scherzte der hessische Ministerpräsident. Vielmehr handle es sich „um ein Wellness-Center mit angeschlossener Produktion“. Das wollte der Schweizer Firmenchef Jean-Marie Wyss dann doch nicht so stehenlassen. „Die Leute kommen gerne zur Arbeit, aber hier wird viel und produktiv gearbeitet.“ Dabei lege man tatsächlich auf Wohlfühlatmosphäre großen Wert – ausgerichtet nach den Feng-Shiu-Prinzipien. Im Herzen Baden-Württembergs gelegen, entstünden dort Qualitätsprodukte „made in Germany“, ergänzte Wyss. Trotz Imageproblemen durch den Dieselskandal habe dieses Markenzeichen weltweit immer noch einen glänzenden Ruf. Die Zahnimplantate aus Wimsheim seien Produkte, die das Wohlbefinden der Menschen bis ins hohe Alter gewährleisteten. Bouffier lobte in diesem Zusammenhang die geniale Werbekampagne von Camlog, die glückliche Senioren ohne Gebissprobleme in den Mittelpunkt rückt.

Philipp Kollmar vom Pforzheimer Wirtschaftsrat bedankte sich mit Gold-Sekt, Nudeln und Bio-Honig aus dem Nordschwarzwald beim Referenten. Er hatte zuvor auf die Wurzeln der Dentalbranche in der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie hingewiesen, die gerade das 250-jährige Bestehen feiert.