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Hat in der Tradition seines Urgroßvaters Theodor Hoheisen (Bild hinten) eine Firma gegründet: Marius Hoheisen, hier mit Partnerin Selina Harak, produziert und vertreibt Geld- und Kartenklammern.
Hat in der Tradition seines Urgroßvaters Theodor Hoheisen (Bild hinten) eine Firma gegründet: Marius Hoheisen, hier mit Partnerin Selina Harak, produziert und vertreibt Geld- und Kartenklammern. © Ketterl
10.12.2015

Mit Crowdfunding will Pforzheimer eine Geschäftsidee verwirklichen

Pforzheim. Marius Hoheisen aus Pforzheim will „geradlinige Schönheit“ in den Alltag der Menschen bringen. Und wie? „Wir wollen durch den Portus die klassische Geld- und Kartenklammer revolutionieren und zeigen, dass natürliche Rohstoffe für den täglichen Gebrauch geeignet sind.“ Portus, so heißt seine Produktidee.

Finanzieren will er sie über die Crowdfunding-Plattform Startnext. Dort, im Internet, können Freunde der exklusiven Klammer mit einem finanziellen Beitrag das Projekt unterstützen.

Insgesamt 3000 Euro müssen bis Sonntag zusammenkommen. Gestern Abend fehlten nur noch ein paar Unterstützer-Klicks bis zur Zielsumme. Als Gegenleistung erhalten die Zeichner eine Geld- und Kartenklammer (Preis zwischen 49 und 89 Euro) von Hinvent, wie Hoheisen seine Firmenneugründung nannte. H steht für den Nachnamen und „invent“ für das englische Wort für „erfinden“.

Unterdessen ist Hoheisen bewusst, dass er nicht das Rad, sprich die Geld- und Kartenhalter, erfunden hat. Neu hingegen sei einerseits die Hochwertigkeit seiner Unikate und andererseits die Regionalität bei der Wahl der Materialien und Partner: Von der Holz- und Metallbearbeitung bis hin zur Galvanik werde alles bei Unternehmen aus dem Nordschwarzwald in Auftrag gegeben. „Es ist fantastisch, was es in der Region um Pforzheim alleine an leistungsfähigen Metallbetrieben gibt“, stellte der Jungunternehmer fest. Und vor allem: „Die Leistungsfähigkeit der Firmen ist sehr hoch. Sie sind flexibel und machen auch bei Kleinaufträgen keine Abstriche am Engagement.“ Wie kommt er überhaupt auf die Idee, die Welt mit Geld- und Kartenklammern beglücken zu wollen? Durch eigene Vorlieben, machte Hoheisen deutlich. Er sei seit langem ein Freund dieser Klammertechnik, „aber es war mir nie schick und edel genug“. Über die Crowdfunding-Aktion und anhand der Unterstützer habe er testen können, ob es Gleichgesinnte gibt und ob sich eine Produktion lohne – „das hat die klassische Marktforschung ersetzt“. Auch beim Vertrieb nutzt der 25-Jährige die digitalen Möglichkeiten. Den auf Fotos spezialisierten Micro-Blogging-Dienst Instagram nutzt Hoheisen für seine Werbung, ebenso eine Facebook-Seite, die er rückblickend als das erfolgreichste Instrument bei der Vermarktung bezeichnete. Eine eigene Homepage und Newsletter gehören zum Standard.

Unterstützt wird der Klammer-Produzent von seiner Lebensgefährtin Selina Harak, die ohnehin in der Vertriebsbranche tätig ist. Er selbst belegt momentan – als Spross der Pforzheimer Fensterbaufirma Hoheisen – einen Meisterkurs für das Glaser- und Fensterbauhandwerk.

Und was ist nach dem erfolgreichen Verlauf der Sammelaktion ab Sonntag geplant? „Ich habe noch einige Ideen im Portfolio, zum Beispiel Geldklammern mit Edelsteinen besetzt.“ Zunächst allerdings geht’s darum, die Startnext- Zeichner mit Ware zu beliefern. Rund ein Drittel von ihnen verwenden sie als Geschenke. „Und die sollten an Weihnachten unterm Christbaum liegen.“

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