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Anja Bräuner konzipiert schmackhafte Kreationen. Foto: Warzecha
Anja Bräuner konzipiert schmackhafte Kreationen. Foto: Warzecha
Muffins als Blickfang. Foto: Warzecha
Muffins als Blickfang. Foto: Warzecha
Fingerfood zum Anbeißen. Foto: Warzecha
Fingerfood zum Anbeißen. Foto: Warzecha
11.08.2017

Mit „Köstlichfein“ hat sich Anja Bräuner einen Traum erfüllt

Pforzheim. „Ein Windbeutel geht salzig und süß.“ Anja Bräuner, Inhaberin des Brötzinger Fingerfood-Catering-Unternehmens „Köstlichfein“, strahlt und präsentiert ihre leckeren Köstlichkeiten auf einem kleinen weißen Teller. Wer die klassische Variante – kleine Windbeutel-Teighüllen mit süßer Sahne – kennt, ist überrascht, können die Teile doch auch mit herzhafter Salami oder feinem französischen Käse verzehrt werden. Dieses Fingerspitzengefühl ist geradezu ideal für jemanden, der Kurse und Catering für Fingerfood, also kleine süße oder salzige Köstlichkeiten wie einen Mango-Chili-Salat oder besagte Windbeutel anbietet.

Dies war auch der Grund, dass Bräuner, die zusammen mit ihrer Familie im Enzkreis wohnt, auf die Idee gekommen ist, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. „Ich habe privat einfach gerne Gäste zu Besuch und meine Freunde haben mich dann darauf gebracht, mein Hobby zum Beruf zu machen“, sagt die 57-Jährige und lächelt wieder. Und das, obwohl sie eigentlich aus einem ganz anderen Bereich kommt, dem man ihren mit Holzmöbeln, einer edlen Küche und einer modernen Kaffeemaschine eingerichteten Geschäftsräumen ansieht: der Innenarchitektur. Von kleinen feinen Snacks bis hin zum exklusiven Büfett für bis zu 40 Personen – das Catering von Köstlichfein ist eine raffinierte Mischung aus allem, was Gaumen und Auge schmeichelt.

Nach einem entsprechenden Studium hatte es sie zunächst in eine andere Richtung verschlagen. Bräuner wurde Augenoptikerin, einfach, „weil ich gerne mit Menschen zu tun habe und gerne etwas Praktisches mache.“ Als ihre Kinder, ein Sohn und eine Tochter, schließlich aus dem Haus waren, war es für sie an der Zeit, etwas Neues zu wagen.

Weil ihr Angebot an Kursen und Caterings, zum Beispiel für Hochzeiten, Firmenfeiern oder Junggesellenabschiede, bisher einzigartig ist, bot sich für Bräuner die Form der Selbstständigkeit geradezu an.

Oft steht sie bereits um 7 Uhr in ihrer Küche, um die verschiedenen Festlichkeiten und die entsprechenden Varianten ihrer Fingerfood-Köstlichkeiten wie Cupcakes vorzubereiten. „Schön finde ich es, wenn ein Austausch zwischen den Teilnehmern eines Kurses stattfindet, wenn sie ihre Mini-Gerichte zubereiten und sich über die Verwendung der korrekten Gewürze austauschen“, freut sich Bräuner. Viermal im Jahr gibt es unterschiedliche Arten an Kursen, bei denen jeweils das Gemüse der Saison auf den Tisch kommt.

An ihre Kunden kommt Bräuner meistens über das Portal miomente, das verschiedene Events wie Kochkurse, Weinseminare oder Dinner-Events anbietet. Über das Portal konnte sie schon mehrfach eine Firmenveranstaltung mit Daimler akquirieren. Die meisten Teilnehmer ihrer Kurse kommen aus Freiburg, Mannheim, Stuttgart und Karlsruhe, bisher weniger aus Pforzheim. Hier und insgesamt möchte sie als nächstes Ziel noch mehr Teilnehmer gewinnen.

Viele ihrer Kunden gewinnt Bräuner auch über Mundpropaganda. Immer wieder erfreut sie sich an den entspannten und freudigen Gesichtern ihrer Kursteilnehmer, die Cupcakes gestalten und sich an Windbeuteln versuchen. „Einmal war es witzig, einem Chirurgen dabei zuzusehen, wie er etwas filetiert hat. Das sah sehr fachmännisch aus, war sehr ästhetisch und sehr genau“, lacht Bräuner. Was sie anderen Gründern mitgibt, ist, einen langen Atem zu haben und alles gut durchzurechnen, was man für die Selbstständigkeit benötigt. „Es kommen immer noch Kosten, an die hat man noch nicht gedacht. Am besten ist es, alles zweimal durchzurechnen, was man braucht, egal ob Handy, Fahrtkosten oder Versicherungen“, sagt die Gründerin. Sie selbst wurde bei ihrer Planung hervorragend durch Gründerberaterin Anja Maisch von der IHK Nordschwarzwald unterstützt. „Frau Maisch war sehr engagiert. Sie hat mir sehr dabei geholfen, dass Businessplan und Betriebskosten stimmen, ich nicht ganz betriebsblind in die Selbstständigkeit reinstolpere und mich so dem Risiko gut stellen kann“, stellt Bräuner fest. Der Erfolg gibt ihr Recht, denn bisher fanden alle, die ihr Angebot kennen, es ausnahmslos gut, wie sie sagt. Guten Appetit!

www.köstlichfein.de